Eigentlich wollte Baptist Menezes seinen 70. Geburtstag im kleinen Kreis in Weingarts feiern. Er ist Generalvikar der 2012 gegründeten Diözese Udupi im Bereich des Erzbistums Bangalore, im Süden Indiens. Nach Weingarts kam er erstmals 1981 für die Urlaubszeit als Aushilfspfarrer für den damaligen Pfarrer.
Ganz fremd war ihm die Region nicht. Er wurde vor 44 Jahren zum Priester geweiht und hat Moraltheologie in Rom studiert, weilte zwischenzeitlich in Münster und Osnabrück und hatte auch eine Vertretung in Ebermannstadt wahrgenommen. "Baptist", so kennen ihn seit 37 Jahren die Weingartser, wohnte die ersten Jahre bei Cäcilie und Fritz Schmitt. "Weingarts, da sind die Menschen einfach besonders herzlich, nehmen an Ereignissen und auch am Gottesdienst teil", sagt Menezes. Diese Gesellschaft wollte er auch seiner 44-jährigen Schwester Cosess Menezes zeigen, die ihn begleitete. "Sehr freundliche Leute", das bestätigt auch Pfarrer Royson Fernandes, der seinen Generalvikar begleitet.
Die Freundschaft ist über die Jahre gewachsen. So waren die Weingartser 1988 mit zwölf Personen zum ersten Mal zu Besuch in Indien und seitdem in gewissen Abständen. "Das Erste, was wir mitbrachten, war ein Faxgerät", erinnert sich Hans Schmitt. Auf diverse Weise unterstützen die Weingartser über die Jahre soziale Einrichtungen wie das örtliche Krankenhaus. Jetzt organisierten Hans Schmitt und Alfred Kügel im Sportheim der DJK eine Feier mit 70 geladenen Gästen. Dass aus einer beabsichtigten kleinen Feier ein größerer Rahmen entstand, konnte der besondere Gast seinen Freunden aus Weingarts nicht abschlagen.
Alexandra Göß-Schmitt organisierte als Chorleiterin aus den anwesenden Gästen einen Chor. Man sang ein freudiges Halleluja für den Jubilar und seine Freunde aus Indien und feierte wie in einer großen Familie. Baptist Menezes hatte einige Saris, die unverwechselbare Kleidung der Inderinnen, als Geschenk mitgebracht. Klar, dass einige Weingartser Frauen diese Kleidung aus Verbundenheit zu diesem Fest anlegten.