Sigismund von Dobschütz

Die Grippewelle macht auch vor durchtrainierten Feuerwehrleuten nicht halt. Deshalb musste nach Ausfall gleich beider Kommandanten der frühere Vereinsvorsitzende Harald Neugebauer den Jahresbericht der Feuerwehr Großenbrach in der Jahreshauptversammlung vortragen, während sein Nachfolger Dominik Kutscher im Dorfgemeinschaftshaus den Mitgliedern über das Vereinsgeschehen berichtete.
Momentan verfügt die Feuerwehr Großenbrach über 39 Aktive, darunter sechs Gruppenführer und zwölf Atemschutzgeräteträger. Zwar seien im vergangenen Jahr zwei neue Atemschutzgeräteträger hinzugekommen, "aber wir brauchen dringend mehr, vor allem für die Einsätze im Gewerbegebiet", appellierte Neugebauer an die Jüngeren, möglichst bald den dafür notwendigen Tauglichkeitslehrgang G 26.3 zu machen.


Fünf Mal alarmiert

Nur fünf Alarmierungen hatte es 2017 gegeben, im Jahr zuvor waren es noch 16. Die Gründe für das Ausrücken der Wehr reichten vom Wasserschaden bis zu einer Vermisstensuche.
Wegen der geringen Zahl an Alarmierungen blieb den ehrenamtlich tätigen Feuerwehrleuten mehr Zeit für Übungen. Zwar hätten sich durchschnittlich elf Aktive an den 15 Gruppenübungen beteiligt, doch sei die Teilnehmerzahl im zweiten Halbjahr spürbar gesunken, was Neugebauer Anlass zu kameradschaftlicher Kritik gab. Nach erfolgreichem Abschluss verschiedener Lehrgänge wurden in der Versammlung sechs Männer und zwei Frauen zu Oberfeuerwehrleuten sowie die beiden neuen Atemschutzgeräteträger zu Hauptfeuerwehrmännern befördert.
Aus der Jugendarbeit berichtete Katharina Hein, die den Mitgliederstand der Jugendfeuerwehr zum Jahresende mit zwölf Aktiven zwischen zwölf und 18 Jahren angab, davon neun Jungen und drei Mädchen. Zwar seien jetzt zwei Mädchen ausgeschieden, dafür wurde aber in der Versammlung der zwölfjährige Rickey Green als neues Mitglied begrüßt.
Unter dem Motto "Wir sind dabei, wo bleibst du?" ruft die Großenbracher Feuerwehr alle Jugendlichen auf, sich zu melden. Die Stimmung und Begeisterung unter den Jugendlichen sei ausgezeichnet, so Hein. "Wir hatten bei unseren zehn Übungen eine Superbeteiligung. Eigentlich waren immer alle da."


155 Mitglieder

Den Mitgliederstand des Vereins gab Vorsitzender Dominik Kutscher mit 155 an. In seinem Rückblick erinnerte er an gelungene Veranstaltungen im Vorjahr, allen voran die Feierlichkeiten zum 140-jährigen Bestehen der Großenbracher Wehr, die bewusst mit der Einweihung des Neubaus der L&S AG zu einem Dorffest zusammengelegt worden waren. Kutscher: "Wir haben einen großartigen Zusammenhalt in unserer Dorfgemeinschaft." Eine stärkere Beteiligung von Uniformträgern wünschte sich der Vorsitzende allerdings bei Beerdigungen von Vereinskameraden.
In seiner Verbindungsfunktion zur Gemeindeverwaltung dankte Harald Neugebauer im Namen aller Ortsfeuerwehren für die problemlose Unterstützung der Marktgemeinde bei der Beschaffung notwendiger Ausrüstung, Gerätschaften und Investitionen: "Unsere Anträge wurden bisher immer durchgewunken."
Bürgermeister Andreas Sandwall bestätigte die gute Zusammenarbeit: "Ihr müsst eine Superausrüstung haben, damit ihr euren Dienst gut verrichten könnt." Da er die Notwendigkeit der Anschaffungen allerdings fachlich nicht beurteilen könne, habe er einen neutralen Sachverständigen mit der Erstellung eines Feuerwehrbedarfsplans beauftragt.
Lobende Worte kamen auch von Kreisbrandmeister Steffen Kiesel, doch mahnte auch er die Ausbildung der Atemschutzgeräteträger an. Entsprechende Lehrgänge würden vom Landkreis organisiert. Außerdem erinnerte er an die neue Möglichkeit von Kinderfeuerwehren für Kinder ab sechs Jahre: "Wir müssen uns wie andere Vereine auch frühzeitig einen Unterbau schaffen."
Nachdem seit 1. Januar die Rauchmelderpflicht auch in Privatwohnungen Vorschrift ist, warnte Kiesel vor qualitativ unzureichenden Produkten: "Wenn ihr Rauchmelder kauft, dann kauft vernünftige."