Wann wird eine vernünftige Breitbandversorgung für Dormitz zur Verfügung stehen? Fakt ist, dass in der Gemeinde immer noch Haushalte bei der Versorgung im Breitbandbereich schlecht versorgt sind. Bürgermeister Holger Bezold (FW) berichtete zu Beginn der Gemeinderatssitzung von seinen Bemühungen der vergangenen Monate.
Zahlreiche Dormitzer hatten diesbezüglich Bedarfsmeldungen und Anträge auf eine bessere Breitbandversorgung gestellt, die ebenfalls mit Interesse die Ausführungen vom Rudolf Zeiler vom Netzwerk Corwese verfolgten.
Eine Besonderheit gibt es im Dormitzer Ortsnetz: Hausanschlüsse, die weiterhin Verwendung finden, sind aufgrund ihrer individuellen Leitungslänge und Signalqualität für unterschiedliche Datenraten verantwortlich.
Im Moment werden alle, die im Umkreis von 350 Meter eines DSLAM (DSL-Verteiler) liegen, mit mindestens 30 Mbit/s gut versorgt. Darüber hinaus werden die Datenraten immer weniger. Mit einer Aufteilung der Kabel und einer entsprechenden Umrüstung der DSLAM wäre es möglich, dass auch die Rosenbacher Straße, Bergstrasse, Am Tiefen Weg und Umlieger eine Datenrate von 30 Mbit/s hätten. Weitere mögliche Maßnahmen zur Verbesserung der Versorgung wäre der Einsatz von Hybrid-Router mit kombiniertem DSL- und LTE-Modem der die Anbindung über VDSL2, ADSL sowie über LTE ermöglicht.
Damit könnten Übertragungsraten 30 Mbit/s und mehr erreicht werden. Voraussetzung ist, dass eine LTE-Funkversorgung vorhanden ist. Zeiler schlägt seinerseits vor, bei künftigen Gewerbe- oder neuen Siedlungsgebieten gleich Glasfaserkabel zu verlegen und überall dort, wo Tiefbauarbeiten anstehen, dementsprechend Leerrohre zu verlegen. "Dies würde die Kosten enorm verringern", sagte er.


Eine Frage des Geldes

Gemeinderat Leonhard Schmitt (CSU) glaubt, dass die 30 Mbit/s in einigen Jahren wieder zu wenig sind. Deshalb wäre ein Glasfaserausbau seiner Überzeugung nach vorzuziehen.
Bürgermeister Bezold kann sich seinerseits nicht vorstellen, dass die Gemeinde für den Glasfaserausbau etwa 500 000 Euro ausgeben kann. "In den vergangenen zehn Jahren konnten wir nur unsere Pflichtaufgaben erfüllen. Wollen wir auf Pump leben oder einen ausgeglichenen Haushalt haben?", fragte er. Die Gemeinde müsse immerhin noch einen Anteil von 30 Prozent der Kosten tragen.
Der Dormitzer Gemeinderat nahm nach eingehender Diskussion die Ausführungen Zeilers zur Kenntnis. Die Gemeinderäte sind bis zur nächsten Sitzung aufgefordert zu überlegen, was sie für Dormitz in der Frage des Breitbandausbau wollen.