Bei der Gemeinderatsitzung am Montagabend im Rathaus Untermerzbach wurde über die Ertüchtigung der Wasserversorgungsanlage gesprochen. Für diese und die acht Feuerwehren im Gemeindegebiet wurde kräftig in das Gemeindesäckel gegriffen: Rund 123 000 Euro lässt es sich die Gemeinde kosten, ihren Bürgern weiterhin gutes Wasser zu liefern und ihre Feuerwehren sachgerecht auszustatten.

Zur Wasserversorgungsanlage in Untermerzbach sagte Bürgermeister Helmut Dietz (SPD), dass darüber bereits in einer nichtöffentlichen Sitzung des Bauausschusses im September 2018 und im Gemeinderat im Oktober gesprochen worden sei. "Für die Ozonanlage, die in den neunziger Jahren eingebaut wurde, sind keine Ersatzteile mehr zu erhalten", sagte der Bürgermeister. Außerdem wurde darauf hingewiesen, dass laut EU-Verordnung die Ozonerzeugung, wie sie bis 2. September 2015 gehandhabt wurde, für Neuanlagen nicht mehr zulässig ist und deshalb für die Altanlagen keine Ersatzteile mehr nachgebaut werden. Auch müsse ein EU-Zulassungsverfahren eingeleitet werden.

Neue Anlage kostet 250 000 Euro

"Es ist nun Eile geboten, da mittlerweile ein Ozonerzeuger ausgefallen ist", sagte Dietz. Deshalb arbeite derzeit ein Austauschgerät. Auch der zweite Ozonerzeuger könne jederzeit ausfallen und deshalb sollte die Erneuerung der Anlage in Angriff genommen werden. Nun liege ein Angebot der Firma Hydro-Elektrik mit 100 200 Euro vor. Laut diesem Angebot könne die Anlage frühestens im ersten Quartal 2020 umgerüstet werden. "Eine Alternative zu Hydro-Elektrik erschließt sich nicht, da sonst nur eine komplett neue Anlage mit einem Kostenvolumen von 250 000 Euro in Frage kommt", sagte der Bürgermeister. Zwei Ozonerzeugeranlagen und die komplette Steuerungsanlage müssten erneuert werden, so Dietz. Es wurde einstimmig beschlossen, den Auftrag nach dem Angebot der betreffenden Firma zu erteilen.

Investitionen für die Feuerwehren

Die Zusammenstellung der Ersatzbeschaffung für die Feuerwehren ergibt einen Betrag von 14 367 Euro. "In der Aufstellung der einzelnen Wehren sind viele Teile der Schutzausrüstung und Sicherungsteile zur Verkehrssicherung wie auch Beleuchtungsteile enthalten, zudem Ausrüstung für Atemschutz und Kleinteile der DIN-Beladung, die wegen Defekten ausgetauscht werden müssen", erläuterte Helmut Dietz. Zudem müssten die Feuerwehren für die Entnahme von Wasser aus der Wasserversorgung über Hydranten Systemtrenner am Hydranten einbauen, um laut Wasserhaushaltsvorschriften ein Rückfließen des Wassers in die Wasserleitung zu verhindern. Die Kosten für alle acht Wehren betragen 8546 Euro. Der Gemeinderat stimmte zu und investiert somit 22 912 Euro in seine Wehren. "Damit haben wir entsprechend Vorsorge getroffen", sagte Dietz.

Zur Prüfung der Jahresrechnung 2017 gab es von Gemeinderat Gerald Karl (Bürgerblock/FW) Erläuterungen. Er berichtete, dass sich der Rechnungsprüfungsausschuss sieben Schwerpunkte gesetzt habe.

"Das ,Komm‘ kostet die Gemeinde im Jahr 40 000 Euro", sagte Karl. Das sei gerechtfertigt, was die Ausleihzahlen dieser Einrichtung zeigten.

Die Gemeinde bezuschusse neben dem Kindergarten Memmelsdorf auch andere umliegende Kindergärten, die von Kindern aus der Gemeinde besucht würden. Über 300 000 Euro flössen hier von der Gemeinde.

Karl schlug vor, über eine zentrale Telefonanlage für alle gemeindlichen Einrichtungen nachzudenken. Helmut Dietz hält dies für nicht realisierbar.

Gute Gewerbesteuereinnahmen

3,33 Kilometer Gemeindestraßen würden vom Landkreis einschließlich Winterdienst betreut. Dafür zahle die Gemeinde 10 000 Euro an den Landkreis.

Die Gewerbesteuer entwickle sich sehr positiv. Allerdings werde viel Geld an den Landkreis als Umlage gezahlt. Der Bürgermeister dankte dem Rechnungsprüfungsausschuss für dessen Arbeit, vom Gremium wurde Entlastung erteilt.

Es wurde auch ein Beschluss zu den Stellungnahmen öffentlicher Belange für das Baugebiet in Gereuth gefasst. "Es nimmt kein Ende", sagte der Bürgermeister und erläuterte einige Einwendungen von acht Stellen im Detail. Die einzelnen Stellungnahmen wurden zur Kenntnis genommen und beschlossen.

Michael Schubart aus Memmelsdorf, Reußenberg 4, beabsichtigt, seine Maschinenhalle um eine Mehrzweckhalle zu erweitern und einen Jungvieh- und Mastviehstall zu errichten, um in der beengten Lage seines Hofes mehr Platz zu bekommen. Die Maßnahme ist für den Vollerwerbslandwirt privilegiert.

"Dem Vorhaben steht auch nach Prüfung des Landratsamtes nichts entgegen", sagte das Gemeindeoberhaupt. Die Wasserversorgung und Abwasserentsorgung sind vom Bauherrn allerdings selbst kostenpflichtig zu tragen und zu organisieren. Das gemeindliche Einvernehmen wurde erteilt.

Hoher Zuschuss für die Synagoge

Der Bürgermeister informierte darüber, dass es 130 000 Euro Zuschuss für die Synagoge Gleusdorf gebe. "Eine stolze Summe", freute sich Dietz.

Außerdem teilte er mit, dass nach Vorstellung des Staatlichen Bauamtes im "Hambach" zwischen Untermerzbach und Ebern Rüttelstreifen auf die Fahrbahn aufgeklebt werden sollen. Auch soll es innerhalb der Spitzkehren eine Geschwindigkeitsbeschränkung von 50 km/h geben. Damit wolle man wohl die "Motorradrennstrecke" unattraktiver machen.