Gerade läuft die Versteigerung der Lizenzen für 5G. Doch ehe der neue Mobilfunkstandard in der Fläche und für jeden verfügbar ist, wird es noch einige Jahre dauern. Da weckte der CSU-Landtagsabgeordnete Martin Mittag keine falschen Hoffnungen, als er am Donnerstag über seine Arbeit in München in den vergangen drei Monaten informierte.

Von Campuslösungen spricht man bei der Bundesregierung in Berlin. Kleine 5G-Hotspots sind damit gemeint. Sie versorgen etwa ein Unternehmen, eine Uni, oder eine Behörde. Wenige Hundert Meter davon entfernt hat sich das mit 5G - zumindest auf mittlere Sicht und vor allem auf dem flachen Land, zu dem Coburg nun einmal gehört. Eine unbefriedigende Aussicht.

Idee einer 5G-Modellregion

Um nach einer besseren Lösung für Coburg und das Umland zu suchen, traf sich Martin Mittag mit Vertretern der SÜC, der Stadtwerke Rödental und Neustadt zu einem Gespräch in Coburg. Der Abgeordnete wollte nach seinen Worten "ausloten, welche technischen Möglichkeiten sich für den Aufbau lokaler und regionaler 5G-Netze in unserer Region bieten." Coburg möchte sich als Modellregion bewerben, die eben nicht nur kleine 5G-Punkte bekommt, sondern die neue Technik in der Fläche einführen kann. Vorteil für die Region: Autobahn und ICE. Die Bundesregierung verknüpft mit der Vergabe der Lizenzen nämlich die Auflage, solche wichtigen Verkehrsadern zu 100 Prozent mit der neuen Mobilfunktechnik abzudecken.

Doch vor dem Quantensprung in der Leistungsfähigkeit durch die neue Technik, steht ein gut ausgebautes Glasfasernetz. "Und in der Region gibt es noch weiße Flecken, die gar keinen Handyempfang haben", weiß Martin Mittag. Die sollen ebenfalls beseitigt werden.

Integration in Arbeit

Coburgs Erfolge bei der Integration von Migranten finden durchaus positive Beachtung, sagte Martin Mittag. Auf private Initiative beteiligter Unternehmen befänden sich derzeit etwa 70 Personen in Ausbildung. Um das für Unternehmen attraktiv zu machen, bedarf es aber einer Sicherheit, ausgebildete Kräfte dann auch im Betrieb weiter beschäftigen zu können. "Mit einer neuen Regelung durch das Innenministerium können gut integrierte Asylbewerber und Flüchtlinge eine sogenannte Beschäftigungsduldung erhalten", sagte Martin Mittag. Bedingung sei unter anderem, dass der Betreffende sich nicht strafbar gemacht hat und seine Identität einwandfrei geklärt ist. "Es ist kein Freibrief für alle, das muss klar sein", sagte er. Doch könne so ein Beitrag geleistet werden, um viele unbesetzte Ausbildungs- und Arbeitsplätze zu besetzen.

Ärztemangel

Wenn Hausarztpraxen auf dem Land immer seltener werden, sieht Martin Mittag eine Möglichkeit, um die Versorgung zu sichern, in Gemeinschaftshäusern mit mehreren Ärzten, die durch Investoren geschaffen werden könnten. "Eventuell in Kombination mit weiteren Angeboten wie Apotheke, Physiotherapie und dergleichen oder auch Versorgungseinrichtungen", beschreibt er die Idee weiter. Dabei müsse klar sein, dass solche Einrichtungen nicht sofort in allen Kommunen geschaffen werden können.

Wer sich direkt über die Arbeit des Abgeordneten informieren möchte, kann dies ab Montag, 8. April, auf seiner Webseite unter martin-mittag-mdl.de tun. Einmal im Quartal erscheint dort die aktuelle "Mittags-Post".