Der Abriss des ehemaligen Gasthofs "Goldener Löwe" ist längst beschlossene Sache. Am Mittwoch befasste sich der Marktgemeinderat mit einem Brief des SPD-Ortsvereins, der sich auf dem Grundstück eine Senioreneinrichtung gut vorstellen kann. Im Gremium war man sich einig, im Entwicklungsausschuss intensiv über die künftige Nutzung des Areals zu beraten.
In dem SPD-Antrag wird betont, dass viele Marktschorgaster den Abriss des ortsbildprägenden Gasthofs bedauern. Die Lage und das Umfeld böten sich für eine Senioreneinrichtung an.


Städtebauliche Lücke

Dies würde im Einklang mit der barrierefreien Umgestaltung des Marktplatzes stehen und eine städtebauliche Lücke wieder schließen. Die Gemeinde sollte sofort mit Bauträgern und Betreibern in Kontakt treten, "um deren Interesse auszuloten", heißt es in dem Schreiben.
Bürgermeister Hans Tischhöfer verwies auf die Zusage einer Förderung aus dem Topf der Nordostbayern-Initiative, die mit einem Abbruch verbunden sei, der im Herbst erfolgen solle. Man sei sich im Gemeinderat darüber einig, das Areal für ein seniorengerechtes Wohnen vorzusehen. Tischhöfer schlug deshalb vor, den Brief im Entwicklungsausschuss zu behandeln.
Marc Benker (CSU) sprach von einem langen Entscheidungsprozess. Er räumte ein, dass es nach wie vor Bürger gebe, die es schade finden, dass das Gebäude der Spitzhacke zum Opfer fällt. Es stehe aber fest, dass der baulichen Zustand zu schlecht sei. "Wir wollen aber nicht den Fehler machen, den Antrag der SPD zu zerreden, sondern deren Gedanken in die weiteren Beratungen im Entwicklungsausschuss aufnehmen", sagte Benker. Er verwies aber zugleich auf die Projekte des Marktes, die bereits im Laufen seien. Man müsse festlegen, was wann machbar sei.


"Nicht konsequent verfolgt"

Was das seniorengerechte Wohnen angehe, muss man nach den Worten Benkers selbstkritisch feststellen, "dies nicht stärker und konsequenter verfolgt zu haben". Für den CSU-Fraktionsvorsitzenden gebe es aber für das Areal auch noch andere Alternativen für eine Nutzung, wie etwa den Bau einer Mehrzweckhalle, zumal auch die frühere ASV-Turnhalle nicht mehr sanierungsfähig sei.
Für die Freien Wähler sah Jürgen Schiphorst die Situation ähnlich: "Wir werden den Antrag dahingehend unterstützen, dass das Interesse an einer Senioreneinrichtung im Entwicklungsausschuss weiter verfolgt wird." Zweiter Bürgermeister Nikolaus Ott (SPD) machte deutlich, dass das Gebäude von seinem Zustand nicht mehr zu retten sei und ein Seniorenheim aller Wahrscheinlichkeit nach nicht mehr gebaut werde. Ott freute sich aber darüber, dass die Gedanken des Ortsvereins unterstützt werden.
Keine Probleme sah der Marktgemeinderat mit der Bauleitplanung der Stadt Bad Berneck und der Marktgemeinde Wirsberg. In Bad Berneck wird die Aufstellung eines Bebauungsplans für das Areal "Heimlichs Garten" angestrebt. In Wirsberg ging es um eine Einbeziehungssatzung für das Areal "Scheibenwiese" in Cottenau.