Christoph Böger Tore, Titel, Tränen! Es war das Wochenende der Entscheidungen. Während die Landesliga-Kicker des FC Coburg und Bezirksligist TSV Meeder in dieser Woche im Kampf um den Klassenerhalt noch nachlegen können, wurden in den unteren Ligen viele offene Fragen geklärt.

Auffallend war dabei der enorme Zuschauerzuspruch auf den neutralen Fußballplätzen. Die (un-)geliebten Alles-oder-nichts-Spiele haben nichts an Anziehungskraft verloren, locken die Fans in Scharen auf die Plätze: 1250 Zuschauer in Steinberg, 920 in Burggrub, 819 in Baiersdorf, 790 in Eicha, 735 in Ketschendorf, 550 in Hassenberg, 530 in Dörfles-Esbach. Diese Zahlen sprechen für sich.

Dass zum Rückspiel des FC Coburg gegen Saas Bayreuth nur 90 Zuschauer kamen, lag zum größten Teil am klaren Hinspielergebnis. Nach dem 4:0-Sieg waren die Fronten schon geklärt. Am Mittwochabend geht es für die Vestekicker gegen die SpVgg Selbitz wieder bei null los, und da werden sicher mehr Zuschauer den Weg in die Wiesenstraße finden. Anpfiff ist um 18.30 Uhr.

Apropos Zuschauer. Viele der 1834 Handballfreunde waren am Samstagabend vom HSC Coburg maßlos enttäuscht. Die Verantwortlichen sprachen nach der 23:32-Klatsche gegen Hamm Tacheles. Während Trainer Jan Gorr die "schlechteste Saisonleistung" sah, kündigte Michael Häfner sogar "Konsequenzen" an. Man darf gespannt sein, was der enttäuschte Geschäftsführer damit meint. Klar ist aber auch, dass die HSC-Spieler keine "Maschinen" sind. Die Mannschaft begeisterte das Publikum mit tollen Spielen. Nicht nur in der Vorrunde, auch zuletzt beim 28:28 gegen Spitzenreiter Balingen. Doch wie schnell eben dieser hart erarbeitete Bonus bei den zahlenden Zuschauern verspielt werden kann, ist nicht nur Häfner bewusst, der wie ein Löwe um jede Dauerkarte für die neue Saison kämpft.

Und dennoch: Am Ende einer langen Saison mit 38 Punktspielen ist - "Finale um Platz 3" hin oder her - die Luft bei Billek & Co. raus. Erst recht, wenn schon vor dem Anwurf gegen Hamm klar ist, dass der Aufstiegszug ohne "Gelb-Schwarz" abfährt, weil sich die Konkurrenz erneut keine Blöße gab. Balingen und Nordhorn-Lingen nahmen ihre Hürden in Emsdetten und Aue souverän. Damit starb die letzte gelb-schwarze Hoffnung. Und für jeden, der selbst ehrgeizig und zielorientiert Sport getrieben hat, sollte ein Stück weit nachvollziehbar sein, dass sich die HSC-Profis ihrem sportlichen Schicksal ergaben und nicht mehr in der Lage waren, ihr letztes Hemd zu geben.