Eine 20-jährige Frau aus dem südlichen Landkreis Kulmbach musste sich am gestrigen Mittwoch vor dem Kulmbacher Amtsgericht wegen versuchter Steuerhinterziehung verantworten. Sie hatte anlässlich eines Fluges von der irakischen Hauptstadt Bagdad nach Deutschland 20 Schachteln Zigaretten und vier Kilogramm Wasserpfeifentabak im Gepäck, die sie am Zoll aber nicht ordnungsgemäß deklariert hatte.
Die junge Irakerin gab dem Vorsitzenden Richter Christoph Berner gegenüber an, nicht gewusst zu haben, dass dies verboten sei, es sei der erste Flug in ihrem Leben gewesen. "Die Zigaretten waren für meine beiden Brüder und meinen Vater vorgesehen, die viel rauchen", sagte sie aus. Im Irak seien die Zigaretten um ein Vielfaches günstiger, je nach Sorte koste eine Schachtel etwa einen Euro.
Gelohnt hat sich der Einsatz für sie nicht, denn bereits am Frankfurter Flughafen musste sie rund 368 Euro Strafe zahlen. Dazu wurden der jungen Frau, die seit Ende 2015 in Deutschland lebt und die Kulmbacher Berufsschule besucht, vom Gericht 40 Sozialarbeitsstunden auferlegt. "Die können Sie in Absprache mit der Gummi-Stiftung, die als Vermittler auftritt, nach der Schule oder in den Ferien ableisten", ordnete Richter Berner mit Zustimmung von Staatsanwalt Roland Köhler an. Nach der Ableistung der Sozialstunden werde das Verfahren endgültig eingestellt.