Zu einem Wandertreffen der besondern Art entwickelte sich das Drei-Länder-Treffen, bei dem sich jährlich einmal Wanderer aus den Bundesländern Sachsen, Thüringen und Bayern zusammenfinden. Ausrichter des 25. Jubiläumstreffens war der Frankenwaldverein in Wallenfels, der in den Saal des Dorfwirtshauses Hildner im Ortsteil Neuengrün eingeladen hatte. Fast 120 Wanderfreunde waren der Einladung gefolgt und füllten den Saal komplett. Stand am Anfang der Treffen noch die Grenzöffnung im Vordergrund, so ist es heute die Pflege freundschaftlicher Bande.

Der Gedanke zu einem solchen Wandertreffen kam im Jahr 1990 unmittelbar nach der Wende in der ehemaligen DDR dem Wanderfreund Heinz Schlegel in den Sinn. Schlegel, der heute noch die Wanderabteilung des Heimatvereins "Silberwäsche" Antonsthal im Erzgebirge leitet, kam zur Stippvisite "in den Westen", wie er es damals nannte. Er suchte nach einem Wanderverein in Oberfranken, um mit diesem eine freundschaftliche Partnerschaft zu gründen. Wie es der Zufall wollte, traf er in Wallenfels vor dem Kulturzentrum auf Helmut Buschmann, der ihn sofort mit offenen Armen empfing und noch am selben Tag einen Kontakt zu den Samstagswanderern des Wallenfelser Frankenwaldvereins, mit dem Präsidenten Albin Förner an der Spitze, herstellte. Und daraus entwickelte sich eine lang anhaltende und tiefe Freundschaft. Es gab fortan zahlreiche gemeinsame Wanderungen, am meisten faszinierte die Erzgebirgler aber die Geselligkeit und Sangeslaune, die in Wallenfels gelebt wurde. Im Jahr 1995 wurde schließlich die Idee geboren, die freundschaftliche Verbundenheit unter mehreren Gruppierungen zu einem gemeinsamen Wandertreffen zusammenzuführen. Folgende Vereine aus drei verschiedenen Bundesländern schlossen sich zusammen und begründeten das Drei-Länder-Treffen: Heimatverein "Silberwäsche" Antonsthal im Erzgebirge/Sachsen, Frankenwaldverein Blankenberg/Thüringen, Thüringerwald-Verein Lauscha/Thüringen und Frankenwaldverein Wallenfels/Bayern. Neben Albin Förner und Heinz Schlegel war es Rudolf Schmidt, der sich für den Zusammenhalt der Vereine starkmachte.

Das erste und heute noch als legendär beschriebene Treffen dieser Gruppen fand im Herbst 1995 im Saal des Gasthauses Sommerkeller in Wallenfels statt. Nur wenig später stieß auch der Frankenwaldverein Dürrenwaid/Bayern hinzu. Diese nunmehr fünf Wandervereine kamen jährlich einmal im Wechsel zum gemeinsamen Wandern und Musizieren zusammen. Zuerst wanderten die Mitglieder in der Umgebung des Veranstaltungsortes und dem folgte ein geselliger Nachmittag, bei dem sich Musiker, Sänger und Künstler aus den anwesenden Ortsgruppen einbrachten.

In den vergangenen Jahren nahm die Zahl der Gäste allerdings ab. Es wurde auch immer schwieriger, die arbeitsintensiven Treffen auszurichten. Aus diesen Zwängen heraus verließ im Jahr 2017 der Thüringerwald-Verein Lauscha das Quintett. Bei den verbleibenden vier Vereinen wurde eine Fortführung der Treffen diskutiert und man hat sich zumindest für die kommenden Jahre fürs Weitermachen entschieden. Voraussichtlich wird das nächste Treffen im Jahr 2020 in Blankenberg stattfinden. Den Beteiligten ist aber auch klar, dass der Generationenwechsel in den beteiligten Ortsgruppen irgendwann einer Fortsetzung der Tradition hinderlich sein werde. Junge Familien lebten ihre Freizeit nach anderen Regeln. Das Denken über die Teilung Deutschlands sei längst verdrängt und das Miteinander aller Deutschen sei in der Gesellschaft zur Normalität geworden.

Diesmal waren es die "Sorger Boum", die unter der Leitung von Roland Reuther als Wirtshausmusikanten ihr Publikum in den Bann zogen. Zuvor wurde durch die Landschaft um Neuengrün gewandert. Der Wallenfelser Bürgermeister Jens Korn sprach von der Einheit im Großen wie im Kleinen. Zum Jubiläumstreffen überreichte er seitens der Stadt Wallenfels hölzerne Erinnerungsteller aus dem Frankenwald.