Die Bilder von Autoschlangen, die sich im November 1989 über die wiedereröffneten Grenzübergänge drängten, haben Symbolcharakter. Die Öffnung von über Jahrzehnte gekappter Verkehrswege in der Region war für Verantwortliche in Verwaltungen und Straßenbaubehörden eine Herausforderung. Dieses Kapitel von Grenzöffnung und Wiedervereinigung ist Thema eines Vortragsabends, zu dem die Bezirksgruppe Bad Staffelstein des Geschichtsvereins Colloquium Historicum Wirsbergense (CHW) am Freitag, 8. März, um 19 Uhr ins Museum Kloster Banz einladen. Heinrich Gehring wird dort über "Die Grenzöffnung 1989 und die Wiederherstellung von Verkehrsverbindungen Oberfranken" sprechen. Der Kronacher ist Zeitzeuge, denn er hat dies als Abteilungsleiter im Straßenbauamt Kronach selbst aktiv mit begleitet. Die Verantwortlichen in den Behörden beiderseits der Grenze wurden von der Dynamik der Ereignisse regelrecht überrollt. Fast im Tagestakt entstanden neue Grenzöffnungen, waren über Generationen getrennte Ortschaften wieder verbunden. Die Verbindungen indessen erfüllten kaum die Anforderungen für Fußgänger, geschweige denn für Fahrzeuge. Selbst Bundes- oder Landesstraßen waren faktisch nicht mehr vorhanden. Dazu kam die Ungewissheit über Minenfelder entlang des einstigen Todesstreifens oder eine anzupassende Vorfahrtsregelung auf fränkischer Seite. Gehring war selbst bei einigen Grenzöffnungen in den Landkreisen Hof und Kronach vor Ort, hat sie als Behördenmitarbeiter in leitender Funktion begleitet. red