Eines Tages steht Oma Cordula, Mamas Mutter aus dem Altersheim, vor der Tür. Sie bringt die Familienidylle gehörig durcheinander und behauptet, im Garten sei ein Schatz vergraben. Loch für Loch fangen schließlich alle an zu graben. Irgendwann rücken sogar Stadtverwaltung und Anwohner mit ihren Schaufeln bis an die Grundstücksgrenze vor. Da muss es doch irgendwas zu holen geben ...

Die Gebisse versteckende, Pillen vertauschende und Türklinken mit Honig einschmierende Oma Cordula ließ sich am Freitag an der Küpser Schule zwar nicht blicken, wohl aber Torsten Hanft, Herbert Schneider, Erika Spörlein, Oda Gräbner, Mechthild Schmand sowie Theresa Treusch. Anlässlich des 16. bundesweiten Vorlesetags lasen die Gäste der dritten und vierten Jahrgangsstufe aus ganz unterschiedlichen Büchern vor.

Radio-1-Moderator Torsten Hanft hatte sich dabei für die warnherzige und ein bisschen verrückte Familiengeschichte von Salah Naoura "Hilfe ich will hier raus" entschieden und landete damit - ebenso wie seine "Amtskollegen" - einen Volltreffer.

Sechs Vorleser an der Schule

Der bundesweite Vorlesetag - eine gemeinsame Initiative von "Die Zeit", der "Stiftung Lesen" und der "Deutsche-Bahn-Stiftung" - findet seit 2004 jedes Jahr im November statt. Das Konzept ist einfach: Jeder, der Spaß am Vorlesen hat, liest an diesem Tag anderen vor - zum Beispiel in öffentlichen Einrichtungen, aber auch an ungewöhnlichen Vorleseorten. Auch die Grund- und Mittelschule Küps beteiligte sich wieder daran und lud sich hierzu sechs der Schule verbundene Persönlichkeiten ein. Die Lektüre durften sich diese selbst aussuchen.

"Friede, Freude, Gold im Garten? - Aufmerksam lauschten die Schüler - eingehüllt in Kuscheldecken oder auf großen Kissen liegend - der humorvollen Geschichte rund um die den Familienalltag ganz schön durcheinander wirbelnde Oma Cordula, die es faustdick hinter den Ohren hat.

Während Torsten Hanft allen Dritt- und Viertklässlern gemeinsam im Glasgang der Schule vorlas, verteilten sich diese anschließend in ihre jeweiligen Klassenzimmer, wo sie in den Genuss einer Vorlesestunde "frei Haus" kamen.

Hanft, dem ehemaligen Küpser Bürgermeister Herbert Schneider, der früheren Kollegin Erika Spörlein, Oda Gräbner - bekannt von den Faust-Festspielen -, "Lesepatin" Mechthild Schmand sowie "Bufdi" Theresa Treusch: Ihnen allen merkte man an, dass sie sich gut vorbereitet hatten. Die Handlung ging ihnen flüssig, anschaulich und gut betont von den Lippen und sie ernteten so manche Lacher.

Ziel: Begeisterung zu wecken

Spaß war also garantiert für die drei dritten und zwei vierten Klassen, die die Lesestunde anschließend dann auch mit Superlativen wie "voll lustig", "richtig cool" oder "total spannend" bedachten. Kein Wunder, lauschten sie doch so tollen und spannenden Büchern wie "Ein Fall für die schwarze Pfote: Giftalarm" (Herbert Schneider), "Der fabelhafte Regenschirm (Erika Spörlein), "Lippels Traum" (Oda Gräbner), "Emilia und der Junge aus dem Meer" (Mechthild Schmand) sowie "Wanda und die wilden Jungs" (Theresa Treusch).

Ziel des Vorlesetages war es auch in Küps, Begeisterung für das Lesen und Vorlesen zu wecken und Kinder mit dem geschriebenen und erzählten Wort in Kontakt zu bringen. Dem Thema Lesen kommt gerade an der Küpser Schule ein großer Stellenwert zu. Den Schülern werden vielfältige Möglichkeiten geboten, um Leseerfahrungen zu sammeln und die Freude am Lesen zu fördern - so beispielsweise durch die Schülerbücherei, den Leseclub sowie Leseprojektwochen. Auch der bundesweite Vorlesetag ist ein Anlass, sie zum Lesen zu animieren.

Eröffnet worden war dieser von Rektor Hans-Peter Müller: "Heute wird an vielen Orten in ganz Deutschland Kindern und Erwachsenen vorgelesen", freute er sich. Er wie auch die Gäste bekundeten die Wichtigkeit des Lesens. "Lesen ist das ganze Leben wichtig", zeigte sich beispielsweise Torsten Hanft sicher.

Musikalisch umrahmt wurde der Vorlesetag von Liedern, Sprechversen und Rap-Songs der Dritt- und Viertklässler unter Leitung von Hermine Fiedler. Der Elternbeirat versorgte in der Pause alle Leseratten mit "Lesefutter". Als Zeichen des Dankes erhielten die Vorleser zum Abschluss Urkunden. Dabei waren sich alle einig: "Die Sechs könnten uns ruhig öfters etwas vorlesen."