Beherrschendes Thema in der Gemeinderatssitzung war nach der Sommerpause die Erstellung eines Bebauungsplanes für das Baugebiet "Honingser Straße III". Jürgen Sauer vom Planungsbüro Sauer + Harrer stellte den Gemeinderäten die Vor- und Nachteile einer vorzeitigen Ausweisung einzelner Bauparzellen in der Honingser Straße vor.
Vorteile für diese vier Bauparzellen sind demnach die vorgezogene Bebaubarkeit sowie dass kurzfristig kein Hochwasserausgleich und keine Ausgleichsflächen benötigt werden. Als Nachteil dieser Teilerschließung nannte er, dass zwei getrennte Verfahren durchgeführt werden müssen mit einem wesentlich höheren Kostenvolumen. Weiter seien über einen städtebaulichen Vertrag Vereinbarungen zur Übernahme der Verfahrens- und Erschließungskosten zwingend notwendig. Ein Problem werde auch die Verkehrssituation der zukünftigen Zufahrt nach Osten sein. Die Honingser Straße sei heute schon so belastet, dass Möglichkeiten geschaffen werden müssen, eine Verbindung auf die Fränkische-Schweiz-Straße zu schaffen.


Was ist mit Hochwasserschutz?

Weiter gab Sauer zu bedenken, dass die Ableitung des Oberflächenwassers nicht geklärt ist und eine hydraulische Berechnung des Mischwasserkanals unbedingt erfolgen sollte.
Jochen Düsel (CSU) erneuerte noch einmal seine Bedenken bezüglich einer Teilerschließung: "Sinnvoller ist es, das gesamte Baugebiet komplett zu planen mit einer sauberen Erschließung im Trennsystem", forderte er eindringlich. Außerdem werde mit dieser Teilerschließung der Hochwasserschutz nicht berücksichtigt, ganz abgesehen davon, dass eine spätere Erschließung in geordneter Form nicht mehr möglich sei. Hans Knetzger (FW) befürchtet ebenfalls, dass bei späterer Aufstellung des Bebauungsplanes höhere Erschließungskosten anfallen könnten. "Jedoch sollten wir den jungen Bauwerbern die Möglichkeit geben, jetzt zu bauen, trotz der später noch anstehenden Probleme bei der Durchführung der Gesamtplanung."
Auch Monika Huber (SPD) meinte, "man sollte die jungen Familien nicht bis auf den Sankt Nimmerleinstag vertrösten", wohlwissend, dass noch nicht feststeht, wohin das Oberflächenwasser abgeleitet wird.
Zwingende Vorgabe ist, dass bei Neuerschließungen das Trennsystem vorgeschrieben wird, denn dem Unterlieger dürfen durch neue Baugebiete keine Nachteile entstehen, fügte Bürgermeister Oswald Siebenhaar an. Zweiter Bürgermeister Mathias Kern selbst ist mit der vorgelegten Teilerschließung in der vorgelegten Fassung zufrieden. Simon Berninger (SPD) fragte den Planer Sauer, ob das Wasserwirtschaftsamt dieser Teilerschließung zustimmen muss. Nein, bei der kleinen Lösung nicht, lautete die Antwort.
Ralf Kraus (CSU) erinnerte noch einmal daran, den Hochwasserschutz zu berücksichtigen, denn es fehlt die Einstaufläche bei großen Regenereignissen. Und: "Wir haben auch eine Verantwortung für die Bürger, die innerorts wohnen", appellierte er an seine Ratskollegen. Auch Norbert Händel (ÜWB) meinte, warum nicht die große Lösung verwirklicht werde: "Wir sollten Nägel mit Köpfen machen und nicht nur Stückwerk".
Das Konzept der großen Lösung für das Bebauungsgebiet "Honingser Straße III" werde sehr schwierig, so Bürgermeister Siebenhaar. Wenn man keine Rückhalteflächen nachweisen könne, sei es möglich, dass eine Bebauung der restlichen Bauparzellen schwierig wird. Trotz aller Bedenken und Einwendungen nahmen die Räte von der Aufplanung einer Gesamtlösung Abstand und verabschiedeten die Teilerschließung mit zehn zu vier Stimmen.


Zuschuss für Kindergarten

Der Kindergarten Hl. Familie Bräuningshof hatte die Bezuschussung für zwei Vorpraktikantenstellen für das Jahr 2017/2018 beantragt, um personelle Engpässe zu überbrücken. Der Gemeinderat beschloss, die beiden Stellen mit 8000 Euro zu bezuschussen.