Für jeden Geschichtsinteressierten ist etwas dabei, wenn die CHW-Ortsgruppe mit ihren Vorträgen des Jahres 2019/2020 beginnt. Start ist am Sonntag, 22. September, um 15 Uhr mit einer geologischen Exkursion mit Friedrich Leitz aus Redwitz.

Dabei geht es in das ehemalige bedeutende Steinbruchgelände Geißberg und Moritzholz zwischen Weismain und Woffendorf. Hier gibt es den gelben, grobkörnigen Rhätolias-Sandstein, aus dem beispielsweise die Stadtmauer von Weismain besteht. Heutzutage werden ab und zu große Quader für Dekorationszwecke entnommen, so dass man es hier mit einem der letzten noch aktiven Sandsteinbrüche am Obermain zu tun hat. Treffpunkt ist am Parkplatz an der Bernreuther Brücke.

Ebenfalls um heimisches Gestein, nämlich Kalkstein und Dolomit der Weiß-Juralandschaft geht es bei der Veranstaltung am Samstag, 26. Oktober, im Seminarraum der Umweltstation Weismain um 14 Uhr ebenfalls mit Friedrich Leitz.

Ein Thema, das gerade im Jubiläumsjahr in aller Munde ist, beleuchtet der Vortrag am Samstag, 9. November, um 19 Uhr im Gasthof Forelle in der Weihersmühle mit dem Titel "30 Jahre Mauerfall - neue Enthüllungen aus Oberfranken" durch Peter Engelbrecht aus Bayreuth. Der Bayreuther Zeitungsreporter erinnert an die überraschende Grenzöffnung im Herbst 1989.

Nicht minder interessant ist ein Vortrag am 6. Dezember um 19 Uhr im Jagdschlossgebäude im Kastenhof in Weismain. "Letzte Zuflucht Oberfranken. Verlagerungen staatlicher und militärischer Stellen 1945" heißt der Vortrag von Heinz Pfuhlmann. 1945 war Oberfranken zum mutmaßlich sicheren Auslagerungsort von Verwaltung und Militär geworden. In Tambach fanden sich die Archivunterlagen der Kriegsmarine, in Weismain und Lichtenfels Akten des Reichspatentamts, die Amtskette des Frankfurter Oberbürgermeisters lag in Neustadt in der Sparkasse.

Untaten, Flucht und Festnahme

Um den Raubmörder Johann Hein geht es bei einem nicht weniger spannenden Vortrag, dem ersten im Jahr 2020. Am Freitag, 31. Januar, um 19 Uhr berichtet der ehemalige Lichtenfelser Polizeichef Willi Lankes über "Untaten, Flucht und Festnahme des Raubmörders Johann Hein". Da dieser seine Verbrechen hauptsächlich im Coburger und Thüringer Raum verübte, nutzte Lankes für seine Recherchen die heimischen Tageszeitungen. Um eine weitere fast vergessene Person geht es im Bericht von Rafael Rempe aus Bamberg am Freitag, 14. Februar, im Schönbornsaal des Kastenhofes: Wilfried Böse - ein Linksterrorist aus Bamberg. Er war Mitbegründer der "Revolutionären Zelle" (RZ) und stand der RAF und der "Bewegung 2. Juni" sehr nahe.

Es gibt sie noch, die Freimaurer. Die Anfänge bis in unsere Zeit beleuchtet ein Vortrag von Rüdiger Hamisch aus Seßlach mit dem Titel "Diskret aber nicht geheim - Freimaurerei". Beginn ist am Freitag, 13. März, im Schönbornsaal um 19 Uhr. Der Bogen wird gespannt von den Vorläufern der Freimaurerei bis in unsere Tage.

Kennen Sie Bechtelsreuth? Das kleine Dorf liegt zwischen Mainleus und Buchau oberhalb von Wüstenbuchau. Gegenwärtig leben dort 36 Menschen in neun Wohngebäuden. Harald Stark aus Kulmbach wird in seinem Vortrag im evangelischen Gemeindehaus in Buchau am Freitag, 27. März, um 19 Uhr Verblüffendes über den kleinen Ort erklären. rdi