Aufmerksame Radler oder Fußgänger haben es vielleicht schon bemerkt: In Medbach hat ein neues Café eröffnet: "MEBA 48" heißt es und vereint die Abkürzung der Einheimischen für den Namen des Höchstadter Ortsteils mit der Hausnummer. Während sie es beim Namen schlicht und einfach hält, hat Besitzerin Susanne Kroll beim Bau des Hauses keine Mühen gescheut.
Entstanden ist ein Café mit persönlicher Note mit jeweils 20 Plätzen im Innen- und Außenbereich. Im Winter lässt sich im Inneren umgeben vom Knistern des Kamins die Kälte vergessen, im Sommer kann man die Sonnenstrahlen im Garten genießen. Kann das gut gehen - in einem so kleinen Dorf mit nicht gerade optimaler Lage zwischen Autobahn und Kompostieranlage? "Die Größe des Dorfes ist ohnehin uninteressant", ist Kroll überzeugt.
Die Gastronomin, die bereits auf der kanarischen Insel Fuerteventura ein Restaurant betrieben hat, hat die Erfahrung gemacht, dass man in ländlichen Gegenden ohnehin ins Auto oder aufs Fahrrad steigt, wenn man beispielsweise auf einen Bierkeller gehen will. "Ob man damit dann in die Stadt oder eben ins Dorf fährt, macht keinen Unterschied", sagt sie. Soweit es möglich ist, möchte Kroll ihr Café vorerst personalunabhängig betreiben. Während ihrer Zeit auf Fuerteventura mit zwölf Mitarbeitern habe sie gelernt, dass der Aufwand mit jedem Mitarbeiter steigt. Deshalb stehen auf den Tischen Schilder mit der Aufschrift "Selbstbedienung". Bei Senioren oder Hilfebedürftigen bringe sie den Kaffee aber gerne an den Tisch. Neben selbstgebackenen Kuchen, Eis und Kaffee bietet Kroll auch Frühstück an.
Bald soll die Speisekarte noch um kleine Snacks, wie spanische Tapas, erweitert werden. Mittwochs, donnerstags und sonntags ist von neun bis 17 Uhr geöffnet, freitags und samstags von 13 bis 19 Uhr. An Montagen und Dienstagen bleibt das Café geschlossen. In den letzten Jahren war Kroll viel als Ausstellerin auf Gartenmessen unterwegs. Diesen Geschäftszweig möchte sie auch in ihr Café integrieren, deshalb schmücken viele Dekoartikel den Außenbereich. "Vielleicht gibt es auch mal eine richtige Ausstellung mit Kollegen", sagt Kroll. Auch verschiedene Aktionen, wie etwa ein regelmäßiges "Mutter-Kind-Frühstück" könne sich die Gastronomin vorstellen, wenn das Geschäft angelaufen ist.