SEBASTIAN SCHANZ Drohnen sind ja per se schon Symbole für Überwachung. Gefürchtet hatte ich mich bisher aber eigentlich nicht vor ihnen. Bis jetzt!

Alles begann mit einem lockeren Gespräch über Drohnen. Ein Zimmerer überflog eine alte Scheune mit einer solchen fliegenden Kamera, um lockere Dachziegeln zu orten. Vor langer Zeit hatte ich selbst mal ein solches Teil bestellt, dann aber zurückgeschickt, weil die bürokratischen Anforderungen in Deutschland zu hoch seien, erzählte ich einem Freund, der sich eher weniger für meine Geschichte interessierte. Doch irgendjemanden interessierte sie doch. Denn fortan verfolgte mich die Drohne. Nicht nur eine Drohne. Viele Drohnen. In den sozialen Medien und in digitalen Tagesmedien werden mir in den personifizierten Anzeigen plötzlich Drohnen angeboten. Ständig. Zufall? Verfolgungswahn?

Im Rahmen unserer vergangenen Themenwoche zur Liebe recherchierte ich dann auf einschlägigen Internetseiten, auf denen Prostituierte ihre Dienste anbieten. Ich verfolgte also mit Spannung, inwieweit meine Anfragen in Suchmaschinen meinen persönlichen Werbe-Algorithmus ändern: Würden mir nun andere personifizierte Anzeigen vorgeschlagen? Naja. Die Drohnen sind geblieben! Nur dazwischen räkelt sich nun eine hübsche Blondine, die mir erklärt, sie parshippe jetzt.