Der Tag des offenen Denkmals bietet die Gelegenheit, einmal einen Blick hinter die verschlossenen Türen zu werfen und Geschichte zum Anfassen zu erleben. Er findet seit 1993 jeweils am zweiten Sonntag im September bundesweit statt. In diesem Jahr stand er unter dem Motto "Entdecken, was uns verbindet".

Im Europäischen Kulturerbejahr waren es die verbindenden Elemente Europas, die im Fokus standen. "Wenn man sieht, was die Europäer alles trennt, hätte man das Thema nicht besser wählen können", erklärte Landrat Christian Meißner bei der Eröffnung am Sonntag. Diese fand bei angenehmen Temperaturen und besten Spätsommerwetter im Außenbereich von Schloss Schney statt.

Der Tag des offenen Denkmals möchte dazu anregen, sich mit den verbindenden Elementen in den Bereichen der Architektur- und Kulturgeschichte auseinanderzusetzen, erklärte der Landrat. Was Europäer verbindet könnten zum Beispiel besondere Materialien sein, die über Ländergrenzen und Sprachbarrieren hinweg gehandelt wurden, oder Kunstrichtungen oder bestimmte Stilprägungen. Aber auch Verkehrswege wie Brücken, Kanäle oder historische Eisenbahnen.

Reiches kulturelle Erbe

"Besser hätte der Ort für 2018 nicht gewählt sein können", sagte Bürgermeister Andreas Hügerich in seinen Grußworten. Er machte auf das reiche kulturelle Erbe der Stadt aufmerksam, das Lichtenfels an die nächste Generation weitergeben will. Das jetzige Schloss Schney wurde 1680 bis 1690 anstelle einer älteren Burganlage als Wohn- und Verwaltungssitz der Familie von Schaumberg erbaut. Nach dem Tod des letzten männlichen Erben ging das Schloss durch Heirat in den Besitz des holsteinischen Grafen von Brockdorff über. Nach mehreren Eigentümerwechseln erwarb 1950 die Freie Turnerschaft Schney das völlig heruntergekommene Gebäude und renovierte in mühevoller Arbeit den früheren Adelssitz.

Sitz der Franken-Akademie

Heute wird die Anlage von der Franken-Akademie genutzt. Die Wurzeln der Franken-Akademie reichen bis ins Jahr 1951 zurück. "Durch die Arbeit des Vereins konnte das historische Schloss einer sinnvollen Nutzung zugeführt und in seinem Bestand erhalten werden", erklärte Susann Biedefeld, Vorsitzende der Franken-Akademie Schloss Schney. Von einem Heim für arbeitslose Jugendliche über einen Erholungsort für Kinder der Arbeiterwohlfahrt entwickelte sich das Haus kontinuierlich weiter. "Von den politischen Bildungseinrichtungen, die vom Freistaat gefördert werden, ist die Franken-Akademie die einzige Einrichtung ,mit Haus‘, die ohne Stiftung über all die Jahrzehnte arbeiten musste", gab Biedefeld zu bedenken.

Für die Franken-Akademie sei es nicht immer einfach gewesen, das unter Denkmalschutz stehende Schloss in seinen Bestand zu erhalten. Sie erinnerte an den Balkon, der in seiner Baufälligkeit eine Gefahr darstellte, an die ebenfalls marode Stützmauer, oder an die Schlossgaststätte mit ihrem viel zu dunklen Holz. Neben viel Ärger, Sorgen und Nöten gehe es schließlich auch darum, das kulturelle Erbe zu bewahren.

Modernste Seminartechnik

Darüber hinaus habe die Franken-Akademie viel investiert, um attraktiv und wettbewerbsfähig zu werden. Neben der technischen Sanierung des gesamten Seminarbereichs wurden im Laufe der Jahre auch eine neue Heizung, neue Fußböden, modernste Seminartechnik und viele Zimmer des Bettenhauses saniert und modernisiert.

Im Landkreis hatten am Sonntag noch weitere Denkmäler ihre Türen für ein interessiertes Publikum geöffnet. In Bad Staffelstein der Bahnhof von 1846, die archäologische Ausgrabung auf dem Staffelberg, in Ebensfeld die Friedhofskapelle und die katholische Kreuzkapelle in Weismain. Die musikalische Ausgestaltung der Eröffnungsveranstaltung in Schney lag in den Händen von Thomas Schaller. Nach dem offiziellen Teil bestand für die interessierte Bevölkerung die Möglichkeit, sich selbst ein Bild von Schloss und Seminarbetrieb zu machen.