Die IG Metall Ostoberfranken hat in ihrer jüngsten Funktionärskonferenz über die Forderungen für die Tarifrunde in der Metall- und Elektroindustrie diskutiert. Unter den 80 Teilnehmern der Versammlung waren sowohl Vertrauensleute, Betriebsräte, Jugend- und Auszubildendenvertreter und Mitglieder des Ortsjugendausschusses der IG Metall Ostoberfranken.
"Die bayerische Metall- und Elektroindustrie verdient gutes Geld", sagte der Geschäftsführer der IG Metall Ostoberfranken, Volker Seidel, der die Funktionäre aufrief, sich auf die kommende Tarifbewegung in der bayrischen Metall- und Elektroindustrie vorzubereiten. Seidel: "Grund zum Jammern gibt es für die Arbeitgeber nicht."


Friedenspflicht endet am 28. April

Verhandlungsauftakt zur Tarifrunde mit den Arbeitgebern ist am 16. März 2016 in Nürnberg. Am 28. April läuft die Friedenspflicht aus. Das bedeutet, erste Warnstreiks könnte es ab 29. April geben.
"Es gibt noch ein Wirtschaftswachstum, auch wenn viele Unternehmer den Teufel schon wieder an die Wand malen", sagte Volker Seidel. Am Laufen gehalten werde dieses Wachstum in erster Linie vom privaten Konsum, und dazu brauche es ordentliche Löhne und Gehälter. Laut den Prognosen der Institute werde ein solider Aufschwung mit einem Wachstum des Brutto-Inlandprodukts von annähernd zwei Prozent für 2015 und 2016 erwartet. Entsprechend dem Herbstgutachten solle der private Konsum 1,0 Prozentpunkte des Wachstums ausmachen. Dazu trügen die niedrige
Preissteigerungsrate, der Beschäftigungsaufbau und hohe Entgeltsteigerungen bei.
Die Tarifabschlüsse für die M+E Industrie hätten dies maßgeblich unterstützt, da sie immer deutlich über dem realisierten, verteilungsneutralen Spielraum gelegen hätten. Außerdem sollten sich alle Gewerkschafter auf eine gesellschaftliche Debatte einstellen, bei denen die Arbeitgeber schon jetzt Stimmung machen.


Tarifrunden-Auftakt in Thurnau

"Tarifverträge fallen nicht vom Himmel", sagte Seidel. Deshalb müsse die Gewerkschaft mitgliederstark und streikfähig sein. "Nur dann werden wir auch in der Gesellschaft ernst genommen." Bereits am 7. April will die IG Metall Ostoberfranken mit ihrem Tarifauftakt auf Schloss Thurnau auf sich aufmerksam und ihre Forderungen über die Betriebe hinaus bekannt machen. Als Gastredner wird der Erste Vorsitzende der
IG Metall, Jörg Hofmann, erwartet.
Um die Forderungen der Gewerkschaft der Öffentlichkeit nahe zu bringen, oder wie es Bevollmächtigter Volker Seidel
ausdrückt, "die Herzen der Menschen zu erreichen", soll Anfang Mai eine breit angelegte Aktionswoche in allen Betrieben
der Metall- und Elektroindustrie stattfinden.
Die Mitgliederentwicklung unten den betriebsangehörigen Mitgliedern der IG Metall Ostoberfranken ist erfreulich: Ende 2015 verzeichnete die IG Metall Ostoberfranken im dritten Jahr in Folge einen Mitgliederzuwachs bei den Kollegen mit betrieblicher Anbindung. Besonders erfreulich sind die überproportionalen Zuwächse der Jugendlichen. Darüber hinaus diskutierten die Funktionäre über die nächsten Herausforderungen in allen Branchen der IG Metall: Die Arbeitszeit und deren (individuelle) Gestaltung. Fazit: Die Metaller sehen die Arbeitszeit als zentrales Handlungsfeld - hier wollen sie in Zukunft wieder mehr mitmischen.


Neue Vertrauensleute

Bei der Nachwahl für den Vorsitz des örtlichen Vertrauensleute-Ausschusses wurde Alois Heinlein (Betriebsratsvorsitzender von Kennametal in Mistelgau) und Alois Lautner (stellvertretender Betriebsratsvorsitzender der KSB in Pegnitz) gewählt. Die Nachwahl war notwendig, da sein Vorgänger Herbert Zeilmann Anfang des Jahres in die aktive Phase der Altersteilzeit übergegangen ist und gebührend verabschiedet wurde.
Die Vertrauensleute der IG Metall werden in den kommenden Monaten in den gewerkschaftlichen Organisationswahlen neu gewählt.