Karl-Heinz Hofmann

Zur Vogelstimmenexkursion in Lauenstein zeigten insgesamt 24 Teilnehmer ihr Interesse in morgendlicher Frische dem Konzert der Vogelstimmen zu lauschen. Deshalb musste man diesmal auf zwei Tagen die Exkursion aufteilen.
Alle waren fasziniert vom Aussehen der bunt gefiederten Sänger und deren vielfältigen, schönen Stimmen. Auf Einladung des Fördervereins für das Jugendwaldheim Lauenstein und unter Organisation von Försterin Melanie Schwarzmeier ging es früh um 6 Uhr in Wanderkleidung und mit Fernglas ausgerüstet hinaus, um dem vielstimmigen Vogelstimmenkonzert das Gehör zu widmen.


Wissenswertes vom Experten

Damit man auch erfuhr, zu welcher Vogelart welche Stimme gehört, hatte man sich Vogelstimmenexperten Karl Rahm eingeladen, der fachkundig informierte, welches Zwitschern von welcher Vogelart kommt. Schon nach wenigen Minuten zeigten sich die Liebhaber der Vogelsingstimmen beeindruckt von dem kostenlosen, aber vielstimmigen Konzert der gefiederten Freunde.
"Jetzt im Frühjahr ertönt frühmorgens ein kostenloses Konzert in den Gärten, Feldern und Wäldern, aber nur die wenigsten können die einzelnen Stimmen genau zuordnen", sagte Melanie Schwarzmeier in ihrer Begrüßung und freute sich, dass sich so viele für die heimischen Vogelarten und die Vogelwelt interessieren. Wegen des regen Interesses wurde kurzfristig eine zweite Exkursion für weitere zehn Teilnehmer anberaumt.
Auch in diesem Jahr waren wieder einige Kinder dabei, worüber sich die Organisatoren besonders freuten. Während man sich noch am Parkplatz sortierte, die Ferngläser einstellte, grüßte bereits ein Grünspecht mit lautem, unnachahmlichen Trommelwirbel als Weckruf.
Auf dem Lauensteiner Märchenpfad wanderte die wissenshungrige Gruppe leise durch den Wald: Zaunkönig, Buchfink, Singdrossel und einige Meisen ließen dort ihren Gesang ertönen. Besonders die Mönchsgrasmücke war unermüdlich am Singen und begleitete die Exkursionsteilnehmer mit ihrem wunderschönen melodischen Gesang die ganze Wanderung hindurch.


Zaunkönig und Waldbaumläufer

Vor allem am Sonntag ließ sie sich bei ihrem Gesang in der großen Esche auch mehrere Minuten lang gut beobachten. Es war, als sänge sie extra für die Wandergruppe.
Der Zaunkönig, angelockt durch den Konkurrenzgesang vom Tonband, kam relativ nah heran, so konnte er sogar ohne Fernglas gut erkannt werden. Der Waldbaumläufer ließ sich dieses Jahr zwar hören, aber leider nicht beobachten. Ferner waren die Ringeltaube, und das Klopfen von Grünspecht und Buntspecht zu hören. Die inzwischen selten gewordene Feldlerche sang auf "auf der Haade". Auch die Goldammer erfreute die Teilnehmer mit ihrem "Ich hab dich so liiiiiiiiiieb", und ließ sich die Sonnenstrahlen auf ihr goldenes Gefieder scheinen.
Die abwechslungsreichen Lebensräume, durch die diese kurze Wanderung über circa zwei Kilometer Länge führte, machte es möglich, verschiedene Vogelarten zu hören und durchs Fernglas zu beobachten. Leider waren es nicht ganz so viele wie in den Vorjahren, was eventuell an der bereits weit fortgeschrittenen Vegetation liegen könnte, so Försterin Schwarzmeier. "Der April war dieses Jahr so warm und sonnig, dass viele der Vogelpaare bereits mit ihrer Brut beschäftigt sind und nicht mehr ganz so viel Zeit haben, um eifrig zu singen", ergänzte der Experte Karl Rahm.
Dafür belohnte das Wintergoldhähnchen (kleinster Vogel) nach circa drei Stunden am Ende der Exkursion die Kursteilnehmer.
Zum Abschluss gab es zur Stärkung ein kleines Frühstück, das vom Förderverein für das Jugendwaldheim Lauenstein vorbereitet wurde. Dabei konnten sich alle Teilnehmer nach der langen Schweigephase während der Exkursion wieder in fröhlicher Runde unterhalten und ihre eigenen Eindrücke untereinander widergeben. Jeder hatte die Gelegenheit, sich noch Tipps bei Karl Rahm oder seiner Frau Ottilie zu holen. Es wurden auch noch einige Tipps gegeben, wie jeder Einzelne helfen kann, die einheimischen Singvögel zu unterstützen, zum Beispiel durch das Pflanzen einheimischer statt fremdländischer Sträucher und den Verzicht darauf, die Hecken im Frühjahr und Frühsommer während der Brutzeit zurückzuschneiden, hieß es von den Experten. Viele Teilnehmer gaben am Ende in der aufgestellten Spendenbox einen Beitrag als Dank für die gelungene Veranstaltung, die vom Förderverein für das Jugendwaldheim Lauenstein e. V. organisiert wurde. Der Verein unterstützt die Arbeit des Jugendwaldheimes Lauenstein, dass zur Bayerischen Forstverwaltung gehört und dem Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Kulmbach unterstellt ist, informierte Melanie Schwarzmeier.