In der Chronik von 1984 ist zu lesen, dass im Jahr 1899 eine Scheune in Röttenbach niederbrannte. Vermisstensuche, Dachstuhlbrände, Küchenbrände, Verkehrsunfälle und technische Hilfeleistungen standen schon immer auf der Agenda der Feuerwehr. Der Grundsatz, den übermächtigen Naturgewalten zu trotzen, den Betroffenen zu helfen und sich mit allen Mitteln zu wehren, galt überall, wo sich menschliche Ansiedlungen gebildet hatten.
Die erste schriftliche Aufzeichnung über das Feuerlöschwesen in Röttenbach stammt aus dem Jahr 1814. Das Bezirksamt verteilte damals an die Bürger 68 Feuereimer. Aus alten Rechnungen von 1830 geht hervor, dass vom Crailsheimschen Verwaltungsamt Neuhaus zwölf Stangen für Feuerleitern und acht Hacken zum Preis von zwei Kronen und 30 Kreuzern gekauft wurden.
Aus alten Rechnungen kann man ersehen, dass ein Feuerwehrhaus - das Gemeindeleiterhaus - im Jahr 1833 ganz neu hergestellt wurde. Im Jahr 1836 übernahmen die Gemeinden vom Bezirksamt die Verantwortung für den Feuerschutz. 1876 besaß die Gemeinde Röttenbach sechs Feuereimer, 16 Meter Hanfdruckschläuche, zwei Aufstellleitern mit Stützstangen, eine Aufstellleiter ohne Stützstangen, zwei Dachleitern, eine Steiglaterne, eine Branddirektionsfahne, zwei Trompeten und eine Hupe. Seit 1872 hatte Röttenbach Anteil an einer Löschmaschine, die in Hemhofen stationiert war.


Erste Druckspritze 1889

Dem Verzeichnis der Freiwilligen Feuerwehren kann man entnehmen, dass die Freiwillige Feuerwehr Röttenbach am 5. Februar 1877 gegründet wurde. Damals war Peter Baumüller Bürgermeister, Erster Vorsitzender war Georg Dürrbeck senior und Erster Kommandant Konrad Kästner. Schon bei der Gründung gab es eine Fahne. Im Jahr 1889 bekam die Wehr ihre erste Druckspritze.
Im Jahr 1909 waren von 788 Einwohnern 68 Männer bei der Wehr, und man besaß bereits einen Schlauch mit 100 Metern Länge. Einige Röttenbacher erinnern sich bestimmt noch an das kleine Feuerlöschhäuschen, das am "Kalba" stand. Im Jahr 1894 erhielt die Gemeinde von den Eheleuten Georg und Katharina Baumüller unentgeltlich den Bauplatz für dieses Häuschen.
Der Ernstfall trat erstmals in einer Sonntagnacht ein: Am 29. Juli 1899 schlug ein Blitz in das Anwesen der Familie Stirnweiß ein und die Scheune brannte nieder. Im Jahr 1912 besaß die Wehr eine "Feuerspritze", bei der gleichzeitig acht Mann pumpen mussten. Bis nach Kriegsende leistete dieses Gerät seine Dienste. Der Verein besitzt bis heute noch die Fahne, die er 1952 beim 75. Jubiläum weihen ließ. Fahnenpatin war damals Maria Müller, die "Halers Marie". Ihr stolzer Vater Johann Müller hatte der Wehr die neue Fahne gestiftet. Die erste Fahne wurde nämlich dem letzten Gründungsmitglied ins Grab mitgegeben. Dieser etwas sonderbar anmutende Brauch wurde anschließend durch Mitgliederbeschluss aufgehoben.
Ende der 50er Jahre kaufte die Gemeinde trotz Geldmangel eine Tragkraftspritze TS 8/8, die der damalige Pfarrer Fritz Friedrich einweihte. 1964 wurde ein Feuerwehrgerätehaus errichtet, das dritte in der Geschichte des Ortes. Bei der Einweihung bekam man durch einen glücklichen Umstand noch ein TLF 8/800 - es hatte einen Wassertank mit 800 Litern Kapazität. Landrat Georg Dassler "schüttelte" damals dieses Fahrzeug aus dem Ärmel, und unter Bürgermeister Andreas Baumüller erhielt die Wehr 1965 das gemeindeeigene Feuerwehrauto.


Moderner Fahrzeugpark

Aus Theatereinnahmen kaufte sich der Verein im Jahr 1985 ein Mehrzweckfahrzeug, einen VW-Bus Baujahr 1983, der im Jubiläumsjahr 2001 der Gemeinde übergeben und als Gemeindefahrzeug umgerüstet wurde. 1984 erhielt die Röttenbacher Wehr mit der Einweihung des vierten Gerätehauses, das auch ein Feuerwehrheim beherbergt, das LF 16, ein Löschgruppenfahrzeug mit damals modernster Ausrüstung. Bei der Einweihung gab es auch eine neue Fahne, Fahnenpatin war die damals sechsjährige Silke Holzmann, heute Linsner.
Im Jahr 1993 kam das LF 8/6 für sechs Wehrmänner und 1998 ein Mehrzweckanhänger mit Öl- und Wasserschlauchausstattung dazu. Vor kurzem konnten die Röttenbacher Rothelme ihren 140. Geburtstag feiern. "Gott zur Ehr, dem Nächsten zur Wehr" ist der Leitspruch aller Feuerwehrleute.
Heute besitzt die Freiwillige Feuerwehr Röttenbach ein MZF, ein LF 8 /6, ein HLF, seit 2015 einen MTW (Mannschafts-Transportwagen) und im Jahr 2018 kommt ein neuer Versorgungs-Lkw dazu. So kann sie guten Gewissens den Herausforderungen der Zukunft entgegenblicken.