Arkadius Guzy

Die Kommunen Bad Bocklet, Burkardroth, Oberthulba und Nüdlingen haben sich vor sechs Jahren zur Allianz "Kissinger Bogen" - seit 2014 als Verein organisiert - zusammengeschlossen. Bei einer gemeinsamen Sitzung der Bürgermeister, Verwaltungsmitarbeiter und Vertreter der Gemeinderäte stellten der Vorsitzende Waldemar Bug (ödp) und die Allianzmanagerin Ganna Kravchenko vor, was die Zusammenarbeit der vier Gemeinde bisher gebracht hat.
Ein zentrales Anliegen für die Allianzgemeinden war in den vergangenen Jahren die Belebung der Ortskerne. Die Kommunen legten ein Förderprogramm auf, um Bauwerber zu unterstützen, die in den Innenorten leerstehende Gebäude wieder nutzen wollen. Seit 2013 zahlten die Gemeinden dafür mehr als 350 000 Euro aus.
Mit rund 200 000 Euro gab der Markt Burkardroth die größte Summe aus. Denn dort wurden nach Angaben des Allianzvorsitzenden und Bürgermeisters Bug 52 der insgesamt 74 Anträge bewilligt und umgesetzt. Bug erklärte die hohe Zahl damit, dass es im Markt Burkardroth zunächst keine erschlossenen Baugebiete und auch keine freien Bauplätze gab.
Das Förderprogramm der vier Kommunen läuft weiter, wobei zwei Änderungen angedacht sind: So soll beim Kinderzuschlag die Begrenzung auf drei Kinder abgeschafft werden. Und die Bauberatung, die in Anspruch genommen werden kann, soll von fünf auf sieben Stunden erweitert werden.
Die Allianz hat außerdem ein Konzept für die landwirtschaftlichen Kernwege sowie ein Energiekonzept erstellt. Für Nüdlingen wird es ein Nahwärmekonzept geben. Dieses wird mit 23 000 Euro gefördert. Um Schäden bei Starkregen wie Ende Mai zu minimieren, startet die Allianz ein Sturzfluten-Risikomanagement. Zunächst wird ein Büro ausgewählt, das die Gefährdungslage in dem Gebiet untersucht. Auch für das Projekt bekommt die Allianz finanzielle Unterstützung. Ihr sind 570 000 Euro bewilligt. "Die Maßnahme war nur möglich, weil wir eine Allianz haben", sagte Bug.
Kravchenko stellte den Einkaufsgutschein vor und das Projekt "Rhönkäppchen", das kulturelle und umweltpädagogische Vorhaben vereint. Diese sollen ausgebaut werden. So ist zum Beispiel geplant, das Jagdhaus Hermannsruh im Wald in Stralsbach für kulturelle Zwecke auszubauen. Dafür bewirbt sich die Allianz ebenfalls um Förderung.
In der Diskussionsrunde wollten die Gemeinderäte vor allem wissen, wie die Fortsetzung der Arbeit sichergestellt wird. Denn Kravchenko geht in wenigen Tagen in Mutterschutz und Elternzeit. Die Allianz hat eine Stelle als Vertretung ausgeschrieben. Die Bewerbungsgespräche finden demnächst statt. Bug vermittelte daher die Zuversicht, dass die Arbeit weitergehen kann.