Mit Staubwischen und anderen häuslichen Aktivitäten ist das Vorstandsteam des Kulmbacher Kleinkunstbrettlas (KKB) derzeit beschäftigt. Bühne und Zuschauerraum des Theaters in Untersteinach müssen nach der Sommerpause für die neue Saison hübsch gemacht werden.

Los geht es am Samstag, 12. Oktober, mit der allerletzten, aber trotzdem jetzt schon fast wieder ausgebuchten Zusatzvorstellung des "Seltsamen Paars", das das ganze Jahr über sein 30-jähriges Ehejubiläum feiert. "Ach Goood", wie die Zeit vergeht; doch irgendwann muss auch mal Ruhe sein.

Und die fängt gleich mit einem Finale an. Am Samstag, 30. November, geht es zum sechsten Mal um den KKB-Preis, den die Kulmbacher Brauerei auf 3600 Euro aufgestockt hat. Wieder treten nach der Vorauswahl vier Kandidaten zur letzten Entscheidung an, bei der das Publikum seinen Favoriten zum Sieger kürt.

Mit der Ukulele durch die Welt

Als "zierlich, rastlos, wortstark" charakterisieren Kritiker Andrea Limmer; mit "Schabernack, Kabarett, handgemachter Musik" sie sich selbst. "Geboren an einem Faschingssamstag, aufgewachsen kaum - aber erzogen zwischen Land und Stadt, Hühnerschlachten und Nintendo. Und der erste Berufswunsch war Bundeskanzlerin." Und so zieht sie seit Fasching 2015 als Bühnenelement mit einer Ukulele durch die Welt, um möglichst viele Menschen möglichst glücklich zu machen.

Mit ihrem ersten Soloprogramm ist "Miss Verständnis - ihr könnt mich gern haben" alias Mika Blauensteiner derzeit auf Tour. Die gebürtige Wienerin hat Mode und Design studiert, Bühnenkostüme für Prince geschneidert, für Jean Paul Gaultier gemodelt und ganze Opern kostümiert.

Daneben hat sie Schauspielunterricht genommen und in einem Film mitgespielt und hatte im österreichischen Fernsehen eine eigene Show. Nun macht sie zwischen Wien, München und Oberhausen auch in Untersteinach Station.

"Ich reg' mich nicht mehr auf", behauptet der 1985 in Wuppertal geborene Wahlberliner Falk (Plücker) auf seiner Deutschland-Tournee. Dennoch regt er sich in seinen Liedern darüber auf, was sich an Unfug und Verbohrtheit in den Köpfen dieses Landes so festsetzt. Er zerschmettert, was zerschmettert werden muss. Sein Zorn wird Therapie, wenn er den Zeitgeist exorziert.

Aus urfränkischen Landen schließlich stammt Helmuth Steierwald. Als Emir Puyan Taghikhani kam er 1990 in Nürnberg als Sohn eines Iraners und einer Türkin zur Welt. Während seines Studiums der Lebensmittelchemie machte er sich als Kleinkünstler unter dem Pseudonym Helmuth Steierwald bundesweit einen Namen bei Poetry Slams und Stand-up- Shows. Er erforschte als wissenschaftlicher Mitarbeiter die Bedeutung von Transportproteinen im Rahmen von Funktionseinschränkungen der Niere, seine Erkenntnisse offenbarte er bei Science Slams in der ganzen Welt. 2018 wurde er mit dem 1. Jury-Preis des "Thurn-und-Taxis-Kabarettwettbewerbs" ausgezeichnet.

Nach der Vergabe des KKB-Preises ist dann erstmal Schluss mit lustig, wenn die "Buschklopfer" den Winter über vorübergehend im KKB sesshaft werden.

Nach 30 Jahren "Das seltsame Paar" gibt es 2020 schon wieder Jubiläen zu feiern - und zwar zwei gleichzeitig: Zehn Jahre KKB und 30 Jahre "Six Pack". Die A-cappella-Truppe aus Bayreuth feiert am Freitag, 7. Februar, sich selbst und das KKB mit dem neuen Programm "Goldsinger".

Rund geht es am Samstag, 28. März, mit einer neuen Auflage des "Gaudi-Bock-Bier-Brettla". "Das Eich", "Das seltsame Paar", das ganze Gaudi-Brettla-Team und die Blaskapelle "Die Oberfrankenrebellen" werden bis "in die Pupp'n" wieder albern und feiern, bis der letzte Schnee geschmolzen ist.

Seriös endet das Frühjahrsprogramm schließlich mit "Das Eich" am Freitag, 8. Mai. Stefan Eichner wird bis dahin ein neues Programm mit Liedern von Reinhard Mey einstudiert haben. Es sind weitere Lieder aus dem umfangreichen Repertoire des Liedermachers, die Eichner mit ausdrücklicher Freigabe ihres Erzeugers ausgesprochen authentisch vortragen wird.