Gerade rechtzeitig zum 150. Jubiläum der FFW Reckendorf hatte der Wettergott ein Einsehen und zeigte am Festsonntag des Jubiläumswochenendes sein sonnig strahlendes Gesicht. Bereits am Vormittag stimmte der Festgottesdienst und die Weihe des neuen Mannschaftstransportwagens durch Dekan Stefan Gessner die Jubiläumsgäste feierlich ein.

Am Nachmittag bildete der Festumzug mit 44 Teilnehmergruppen einen zweiten Höhepunkt. Noch vor den Ehrengästen führte die eigens für diesen Tag renovierte historische Handdruckspritze den Zug an. Aus dem Landkreis Bamberg und den umliegenden Ortschaften der neuen Baunach-Allianz waren die Feuerwehrtrupps angereist, in stärkster Anzahl kamen die Kameraden aus Breitengüßbach, Ebern, Hallstadt, Lauter, Treinfeld und Untermerzbach. Die Gruppe aus Priegendorf überraschte unterdessen mit einem "Versorgungsfahrzeug", das vom jüngsten Nachwuchs begleitet wurde. Den musikalischen Takt zum Marschieren gaben die Reckendorfer Musikanten und der Musikverein Stadtkapelle Baunach an.

Von den heimischen Vereinen schlossen sich die BRK-Bereitschaft "Baunachtal", die Kirchenverwaltung mit dem Pfarrgemeinderat St. Nikolaus, die Dorfgemeinschaft Laimbach/Manndorf, der Caritas-Krankenpflegeverein und die Gartenfreunde Reckendorf H.V., der Gesangsverein "Sängerlust", der Haßbergverein, die KAB, Reservistenkameradschaft, Stammtisch Eisbären und Stammtisch Abseits, der ASV Reckendorf 1925 sowie der FC-Bayern-Fanclub den Floriansjüngern beim Umzug an. Der Verlauf führte von der Mühlgasse über Schloss- und Eidelsgasse, Haupt- und Bahnhofsstraße bis zum Festplatz vor dem Feuerwehrheim am Zeitzenhofer Weg.

Trotz der beengten Raumverhältnisse im Festzelt durfte der Einzug der Fahnen mit "Begrüßungswinken" nicht fehlen. Nachdem Erster Kommandant Matthias Demling alle anwesenden Ehrengäste, insbesondere den Patenverein aus Mürsbach, willkommen hieß, folgten die Grußworte an den Jubilar.

Emmi Zeulner, MdB, gratulierte zum 150. Jubiläum und erwähnte, dass es in der EU etwas Besonderes sei, was Deutschland mit seinen Ehrenamtlichen auf die Beine stellt. Auch die vielen aus Unterfranken angereisten Nachbarvereine beeindruckten sie, zeige es doch, "dass es keine Grenze geben darf und wir Franken zusammenhalten müssen". Mit den Worten: "Man muss sich gut verstehen ..., bleibt so wie ihr seid und pflegt eure Jugendarbeit", gab sie mit dem kameradschaftlichen Wahlspruch "Gott zur Ehr, dem nächsten zur Wehr" das Pult an Landrat Johann Kalb weiter. Dieser hielt seine Ansprache in aller Kürze mit dem Spruch "Ich liebe meine Feuerwehren, alles Gute!"

Konkreter wurde Kreisbrandrat Bernhard Ziegmann: "150 Jahre engagierte Bürger, und immer mit dem gemeinsamen Ziel, die Sicherheit im Brandschutz, für Menschenleben und Sachwerte zu erhalten". Seit den letzten zwei Jahrzehnten habe sich diese Dienstleistung um neue Aufgaben erweitert, wie Umwelt- und Katastrophenschutz oder Notfalltüröffnung. Die Gemeinde muss dafür die technischen Gerätschaften zur Verfügung stellen, was in Reckendorf hervorragend geschehe. Auch die lokalen Abgeordneten hätten dafür gesorgt, dass im Landkreis Bamberg Bundesfahrzeuge für den Katastrophenschutz stationiert seien oder neue Verkehrsabsicherungsanhänger beschafft werden konnten. Aber am wichtigsten sei es, dass man für die neue Technik ausgebildet werde, und auch diese Ausbildungskurse sollten kommunal unterstützt werden. Regelmäßiger Erfahrungsaustausch und fachlich untermauerte Gespräche seien hier besonders wichtig.

Anschließend erinnerte Kommandant Matthias Demling an die schweren Stunden, welche in den letzten 150 Jahren über die Feuerwehr Reckendorf gekommen waren. Aber auch der Blick in die Zukunft erlaube, die Hoffnung zu äußern, dass der Funke für das ehrenamtliche Engagement stets auch auf die Jugend überspringen werde.

Das Schlusswort hatte Schirmherr und Erster Bürgermeister Manfred Deinlein. Er dankte Dekan Stefan Gessner für die feierliche Weihe des Mannschaftstransportwagens am Vormittag. Doch mit diesem sei noch kein Brand gelöscht. Er sei nur die Hülle, die mithilfe des Bundes, des Freistaates und des Gemeinderates angeschafft werden konnte. Um diesen Wagen nutzen zu können, bedürfe es aber des ehrenamtlichen Einsatzes der Reckendorfer Feuerwehrmänner und -frauen, für das sich der Bürgermeister im Namen aller bedankte.

Als passende Einlage nach den Festansprachen hatte das United Dance Team des TSV Breitengüßbach - Aufsteiger-Kids im Alter von sieben bis acht Jahren - anlässlich des Jubiläums einen Feuerwehrübungstanz einstudiert, der nach frenetischem Beifall wiederholt werden musste. Adelheid Waschka