Mit dem Kreisel am nördlichen Eingang Unter-siemaus, so Otto Ruppert, sei etwas Sinnvolles gemacht worden. Er entschärfe nicht nur die Gefährlichkeit der "Netto-Kreuzung", sondern sorge auch für die Herabsetzung der Geschwindigkeiten. Dem nach nur knapp vier Monaten Bauzeit erstellten, lang ersehnten Kreisverkehr galt bei der Bürgerversammlung am Montag im Sportheim des TSV Untersiemau von vielen Seiten ein dickes Lob.

Bürgermeister Rolf Rosenbauer berichtete zunächst etwa eine Stunde über die Geschehnisse in der Kommune und begann mit dem Aktuellen. Dabei sei die größte Bautätigkeit der Kreisverkehr gewesen, der in Nord-Süd-Richtung am 4. November freigegeben wurde. Auf dem Friedhof wurde der Platz für anonyme Bestattungen erweitert und mit einer zweiten Stele ergänzt.

Die Gemeinde zähle derzeit 4173 Einwohner. Im Laufe des Jahres seien Baugebiete in Untersiemau, Meschenbach, Obersiemau und Birkach erschlossen worden. Auch würden innerorts verschiedene Lücken geschlossen. Da jedoch noch viel Potenzial vorhanden ist, bat Rosenbauer die Bürger um Mithilfe, damit diese freien Plätze geschlossen würden.

Für den Nachwuchs habe die Gemeinde auch im vergangenen Jahr einiges getan. So wurde das Kinderhaus "Regenbogen" für rund 600 000 Euro vergrößert. Sechs Module mit zusätzlichen Plätzen sorgen in der "Rappelkiste" als Interimslösung für Entspannung. Zudem wurde für die Beschäftigten der Kinderhäuser eine zusätzliche Parkfläche geschaffen. Steige der Bedarf weiterhin, müsse vielleicht über einen neuen Kindergarten nachgedacht werden.

Glasfaseranschluss kommt

Auch an der Grund- und Mittelschule sei gewerkelt worden und es seien noch Arbeiten nötig. So werde derzeit der obere Pausenhof neu gestaltet, Werkraum und ein Teil der Heizung wurden saniert. Nach dem Eingang eines Förderbescheids könne voraussichtlich in den Osterferien der Glasfaser-Anschluss gelegt werden. Rosenbauer: "Doch eines ist uns schon klar: Irgendwann kommen wir nicht drumherum, über eine Generalsanierung nachzudenken."

Aber auch in der freien Natur würde sich einiges tun, um sowohl den Einheimischen als auch Besuchern etwas zu bieten. So wurde im östlichen Gemeindegebiet der "Schatzsucherweg" eröffnet, der "Quergelsteig" im Westen im Rahmen der Wanderwege "Siemauer Sagenwelten" soll bald folgen. Um dem Insektensterben entgegenzuwirken seien bereits etliche Blühflächen angelegt worden, und weitere sollen folgen. Neben dem attraktiven Spielplatz "Piratenbucht" habe man auch den Spielplatz an der Sudetenstraße saniert und neu bestückt.

Momentan werde die Sanierung zahlreicher Straßen geplant und in Angriff genommen. Zudem würde sich die Suche nach der Gestaltung der Insel des Kreisverkehrs sicher noch länger hinziehen. "Dazu nehmen wir auch gerne gute Ideen von den Bürgern entgegen", regte Rosenbauer an. In der Zwischenzeit werde die Stützmauer eines längeren Teils der Lichtenfelser Straße befestigt und mit einem Geländer versehen. Irgendwann könne es dann mit der Sanierung der Ortsdurchfahrt losgehen, "vielleicht 2020 oder 2021", hofft der Bürgermeister.

Noch Platz im Gewerbegebiet

Im Gewerbegebiet Nord habe inzwischen der neue Nettomarkt geöffnet, eine Tankstelle und ein Handelsbetrieb hätten sich bereits beworben; weitere Optionen sind ein Drogeriemarkt oder ein Discounter. Das Gewerbegebiet Süd bleibe dem produzierenden Gewerbe offen, betont Rosenbauer. Momentan würden sich zwei neue Ansiedlungen abzeichnen. Und letztendlich würde zwischen Unter- und Obersiemau an der Bahnlinie ein etwa sieben Hektar großer "Solarpark Untersiemau" entstehen. Der Bau soll September 2020 beginnen und vor Jahresfrist fertig sein.

Das folgende Bürgergespräch verlief harmonisch und zeigte, dass die Bürger Untersiemaus keine großen Sorgen haben. Doch den Vorschlag von Otto Ruppert, Grabstätten von Ehrenbürgern von der Gemeinde pflegen zu lassen, betrachtete der Bürgermeister als eine "gute Anregung". Ebenso wolle er sich nach der Anfrage von Christian Vollrath um die Beantwortung der Frage kümmern, wann der alte Funkturm neben dem neuen abgerissen werden soll. Die Doppeltürme stehen bereits seit mehreren Jahren.

Von verschiedenen Seiten wurden wie fast in jedem Jahr die schlechte Parkmoral und Bäume, die auf die Straße ragen würden, angesprochen. Auf Unverständnis stießen die Beschädigungen der Flurwege, die bei Transporten zur Aushub-Deponie entstanden seien. Es wurde gefragt, wann diese endlich beseitigt werden. Schließlich hätten die Landwirte einen großen Teil zur Erstellung der Wege beigetragen. Rosenbauer versprach, beim Transportunternehmen nachzuhaken.