Man kann am Welterbe-Standort Bamberg das Publikum also auch mit aktueller zeitgenössischer Architektur hinterm Ofen hervorlocken. Nicht anders ist zu deuten, was den Architektenverbänden und dem Bamberger Architekturtreff zuletzt bei der Ausstellungseröffnung "Aktuelle Architektur in Oberfranken" widerfahren ist. Gut 140 Gäste hatten sich im ehemaligen Kesselhaus eingefunden, wo sie fachkundigen Anmerkungen von Marion Resch-Heckel, Baudirektorin bei der Regierung von Oberfranken, Thomas Beese, Baureferent der Stadt Bamberg, Architekt und Stadtplaner Peter Kuchenreuther, Bund Deutscher Architekten (BDA), und Architekt Christoph Gatz vom Architekturtreff Bamberg aufmerksam und kritisch folgten.
Denn nicht immer sind Architekten und Stadt- oder Landschaftsplaner des Bauherrn oder des Bürgers liebstes Kind. Die Vorstellungen darüber, was gute Architektur ist und was nicht, gehen in einem demokratischen Gemeinwesen weit auseinander. Aber gerade darüber, über diese unterschiedlichen Perspektiven, Erwartungen und Wünsche, wolle man sich austauschen mit den Menschen, die an der gebauten Umwelt interessiert sind oder an der modernen Baukunst Anstoß nehmen, so die BDA-Architekten immer wieder in ihren Veröffentlichungen.
180 Besucher konnte man in der Ausstellung im Kesselhaus alleine am vergangenen Wochenende zählen. Schön wäre es, wenn der Zuspruch, auch der kritische, am kommenden Wochenende anhielte, erklärt Architekt Christoph Gatz, der am 5. November um 16 Uhr eine kritische Führung durch die Ausstellung anbietet.
Die Ausstellung selbst, zu der auch ein instruktives Katalogbuch erschienen ist, kann immer am Samstag und am Sonntag von 12 bis 18 Uhr besucht werden. Der Eintritt ist frei.
Der Zugang zum Kesselhaus in der Unteren Sandstraße 42 erfolgt über den Eingang "Am Leinritt". rk