Die erste Phase für den Krenanbau in der Region, das Ausbringen der Fechser in die Äcker, ist inzwischen abgeschlossen. Nun gilt es, die geeigneten Rahmenbedingungen für das gute Wachstum zu schaffen. Üblicherweise ist von Mitte März bis Anfang April das Einlegen der Fechser in die Ackerbeete angesagt. In diesem Jahr hatte sich diese Phase aufgrund der Witterung eher gegen Ende April verschoben, so bei der Familie Schmidt in Biengarten.
Nach dem Antreiben und den ersten Blättern heißt es, den Boden zu lockern. Im Juni müssen die schwachen Triebe abgegeizt, das heißt "geköpft" und die Kunststoffbeutel vorgezogen werden. Diese Kunststoffmanschette im Kopfbereich der Pflanze verhindert, dass sich diese ungewollten Wurzeln überhaupt bilden können.


Den Haupttrieb fördern

Gerhard Schmidt ist zu diesem Zweck auf den Krenfeldern um Biengarten unterwegs. Dazu benötigt er eine Gartenhaue. Mit ihr lockert er den Boden um die Meerrettichpflanze, hebt den Kopf an und entfernt Nebentriebe am Kopf und kleine Seitenwurzeln. Danach zieht er die Kunststofffolie in Richtung Kopf vor. Dadurch wird gewährleistet, dass ein starker Haupttrieb heranwächst. Viel Handarbeit ist hier vonnöten.
Die als "Kree-Gretel" bekannte Höchstadterin Gretel Hawel (1930-2016) hat dies mit einem von ihr verfassten Gedicht thematisiert:
Des Kreebaua
"Des Kreebaua Leut, des is a Ploch, denn der Kreeacker will säng sein Herrn olla Toch,
scho beim Leng musst di immerzu buckn, des Kreuz tut weh, do hilft a ka nei die Händ spuckn.
Und nochät des Aufhem und Ogeizn - ja buckn musst di, do kannst die Baa nu so spreizn.
Und noch des Hackn olla Toch, ja Leut, des Kreebaua is holt a Ploch.
Und beim Raus to, do muss mer zeeng, dass a sämtliche Fechser mitgehn. Und nochät des Putzn, denn schee soll er sei, die Fechser und an Dreck weg und was sonst nu dabei.
Ober kumma dann die Händler und zohln an gutn Preis, noch hot si wenigstens glohnt die Bauern ihr Fleiß.
Und host du amol a Wehwehweh, am besten hilft holt immer a Kree. Und warum sen in Baiersdorf die Madla so schee? Blos vom Kree, vom Kree!"

Da der Meerrettich Bitterstoffe hat und diese erst im Verlauf der Reife abbaut, ist die Haupterntezeit im Oktober und zu Beginn des Novembers.