Mit dem Fazit zum Oberfrankenderby in Memmelsdorf kann man aus Frohnlacher Sicht das Phrasenschwein füllen: "Vor dem Spiel hätten wir es unterschrieben, wenn wir bei der heimstarken Spitzenmannschaft aus Memmelsdorf einen Punkt mitnehmen. Nach dem Spiel sieht es etwas anders aus." SV Memmelsdorf - VfL Frohnlach 1:1 (1:1)

Es überwog im weiß-blauen Lager nach den 90 Minuten im Schmittenau-Stadion die leise Ahnung, dass mehr drin gewesen wäre, wenn die Frohnlacher in der zweiten Halbzeit etwas konsequenter nach vorne gespielt hätten. So konnte man den Vorteil, eine ganze Halbzeit mit einem Spieler mehr agieren zu können, nicht nutzen.

Frohnlach agierte in der ersten Halbzeit sehr selbstbewusst und im Stile einer Heimmannschaft. Tayfun Özdemir, Dominik Schmitt und Aykut Civelek rotierten im Mittelfeld und setzten die Memmelsdorfer Abwehr unter Dauerdruck. Nach zehn Minuten wurde Lukas Riedel freigespielt, der aber vor Torwart Thomas Schuberth zu lange zögerte.

Auf der linken Abwehrseite erreichte Rebhan bei Frohnlacher Ballverlust den Ball einmal nicht mehr, so dass Memmelsdorf Tempo aufnehmen konnte. Philipp Hörnes spielte Torjäger Dominik Sperlein frei. Ata Simitci wusste sich nur mit einem Foul im Strafraum zu helfen. Somit konnte sich Daniel Krüger in die Torschützenliste nach dem sicher verwandelten Elfmeter eintragen. Gleich darauf kam Sperlein aus 20 Metern frei zum Schuss und eine Glanzparade von Hempfling verhinderte einen frühen Zwei-Tore-Rückstand. Auf der Gegenseite ließen die Memmelsdorfer Dominik Schmitt gewähren und dieser konnte Tayfun Özdemir freispielen. Der Frohnlacher Torjäger netzte mit einem satten Schuss aus 20 Metern ein. Fünf Minuten vor der Halbzeit die vermeintlich spielentscheidende Szene: Innerhalb von zwei Minuten leistete sich Henrik Schwinn zwei Fouls im Mittelfeld und musste fortan das Spiel von der Seitenlinie betrachten.

In der zweiten Hälfte änderte Heimcoach Gerd Schimmer die Taktik: Die heimischen Abwehrspieler besetzten den Strafraum und überließen dem VfL die Seiten. Allerdings spielte Frohnlach technisch ansehnlich meist über die Mitte und nicht über die eigentlich vakanten Flügel. Tayfun Özdemir fand dann eine Lücke und verzog freistehend vor Schuberth. Nach einem Querschläger von Domenic Lauerbach entstand eine 100-prozentige Chance für Memmelsdorf, den Einschluss verhinderte Hempfling mit einem tollen Reflex.

Kurz vor Schluss noch zwei Chancen für Frohnlach: Eine verunglückte Flanke von Lukas Schneider konnte Schuberth gerade so über die Latte lenken. Und in der letzten Minute schoss Civelek mit einem raffinierten Freistoß Schwinn um und der Ball landete im Seitenaus.

Trainerstimmen

Bastian Renk (Spielertrainer VfL Frohnlach): "Meine Mannschaft hat wieder ein gutes Spiel gezeigt. Allerdings konnten wir in der zweiten Halbzeit nicht an die gute Leistung der ersten Halbzeit anknüpfen und müssen mit einem Punkt zufrieden sein. Das enttäuscht mich, weil wir in der Tabelle auf der Stelle treten. Nun müssen wir gegen Coburg nachlegen, um den Tabellenkeller zu verlassen."

Gerd Schimmer (Trainer SV Memmelsdorf): "Wir haben mit dem Gegentor, der Verletzung von Leim und der gelb-roten Karte drei Nackenschläge hinnehmen müssen. Damit waren die Vorzeichen für die zweite Halbzeit klar. Ich bin mit dem Punkt gegen eine starkes Frohn-lacher Team zufrieden." gw

Die Statistik

SV Memmelsdorf: Schuberth - Schneider, Leim (26. Schäfer), Krüger, Hörnes, N. Schwinn, Wernsdorfer, Müller, Schwinn, Sperlein (89. Hoffmann), Saal (46. Graf). VfL Frohnlach: Hempfling - Simitci, T. Rebhan, Lauerbach, E. Özdemir (74. Schneider), Hartmann, Schmitt (ab 34. Pflaum), A. Civelek, Riedel, T. Özdemir, Scheler (82. W. Rebhan). / Tore: 1:0 Krüger (23./Foulelfmeter), 1:1 T. Özdemir / Gelb-Rote Karte: Schwinn (45.). / - . Zuschauer: 150. / SR: Christian Tauscher.