Bürgermeister Jochen Hack (FWG) und der Gemeinderat haben sich nicht damit abgefunden, dass durch die Schließung des früheren Nachbarschaftsladens sowie der danach eröffneten Bäckereifiliale in Pettstadt eine Versorgungslücke entstanden ist. Hack berichtete jetzt dem Gemeinderat, dass der Hausherr des vormaligen Einzelhandelsgeschäftes am Kirchplatz mit einer Weiternutzung als Ladengeschäft einverstanden wäre. Deshalb hält das Gemeindeoberhaupt Kontakt mit Handelsunternehmen, um sie vielleicht doch für den Standort zu interessieren.
Außerdem wartet der Bürgermeister auf das Ergebnis einer Verkehrszählung im Sommer. Nachdem sich bereits der Schwerlastverkehr am Kreisel zwischen Pettstadt und der B 505 verdoppelt hat, könnte eine ähnliche Entwicklung beim Personenverkehr das Gewerbegebiet von Pettstadt für einen Einzelhandelsmarkt interessant machen.
Unabhängig davon brachte die SPD-Fraktion des Gemeinderats Bewegung in die Angelegenheit: Gerhard Sterzer und Günter Stark schlugen die Einrichtung eines Dorfladens vor. Hintergrund: Vielerorts funktionieren solche als Genossenschaft der Ortsbewohner betriebenen Nahversorger (aber nicht immer und manche werden nach kurzer Dauer auch wieder geschlossen). Der Gemeinderat vereinbarte, sich von einem versierten Geschäftsführer eines Dorfladens informieren zu lassen und im benachbarten Röbersdorf die dort gesammelten Erfahrungen zu erkunden.
Einen Anlauf will man dann 2018 starten, wenn die bis dahin
ausgeschriebene Stelle eines Quartiersmanagers besetzt sein wird. Bestenfalls wird es rund eineinhalb Jahre dauern, bis gegebenenfalls ein Dorfladen eröffnet werden kann, hat Sterzer in Erfahrung gebracht.
Ganz ohne Einkaufsmöglichkeiten für den alltäglichen Bedarf ist Pettstadt trotz der Schließung des Ladens in der Ortsmitte nicht: Die Gärtnerei Reichert und der Hofladen "Erlebnisernte" im Eichenhof bieten Obst, Gemüse und andere regional erzeugte Lebensmittel. Zudem rollen regelmäßig "fliegende Händler" an, um den kleinen Hunger zu stillen.
Und sollte mal gar nichts zum Beißen im Haus sein, dann können die Pettstadter in vier Gaststätten mit heimischer und internationaler Küche der Gefahr des Verhungerns und Verdurstens entweichen.
Ganz abgesehen davon fließt das Hauptnahrungsmittel in ausgezeichneter Qualität aus jedem Wasserhahn.