Die seit einem Jahr tätige neue Vorstandschaft des Klöppelschulfördervereins stärkt dem Klöppelmuseum weiter den Rücken. Bei der Jahreshauptversammlung informierte Bürgermeister Michael Pöhnlein (FW) über eine mögliche zukünftig "verschlankte" Ausrichtung der Einrichtung aus finanziellen Gründen.

Die bis dahin harmonische Sitzung mit neuer Orientierung des Vereins erhielt kurz vor dem offiziellen Ende einen gehörigen Dämpfer, als Bürgermeister Michael Pöhnlein eintraf und in seinem Grußwort zur Zukunft der gemeindliche Institution äußerte. "Das Klöppelmuseum soll nicht geschlossen werden, allerdings steht eine deutliche Verschlankung an, über die der Gemeinderat (in der heutigen Sitzung, Anm. d. Red.) zu entscheiden hat", gab er unmissverständlich bekannt. Er verwies auf ein Schreiben der Rechtsaufsichtsbehörde, die Einsparungen, wie im von der Bayerischen Verwaltungsakademie verfassten Gutachten ausgearbeitet, dringend nahelegt.

"Als Haushaltskonsolidierungsgemeinde wird gerade auf die freiwilligen Leistungen, wie unser Klöppelmuseum, geschaut, wenn wir weiter Stabilisierungshilfen bekommen wollen. Darauf sind wir angewiesen und die sind möglicherweise in Gefahr!", so die klare Ansage. Nach seiner Aussage sollen die Kurse künftig über die VHS angeboten werden, die bereits Schulungs- und Übungsraum im Museumskomplex/Haus des Gastes erhalten hat. Dies ist verbunden mit weiterer Reduzierung der Arbeitszeit der Leiterin, die künftig nur noch an den Wochenenden Dienst tun soll.

Die Worte verfehlten bei den anwesenden, durchwegs weiblichen Vereinsmitgliedern ihre Wirkung nicht. Die mussten dies jedoch erst einmal verdauen und stellten nur zögerlich kritische Fragen dazu. Insbesondere die Antwort des Bürgermeisters nach der künftigen Lehrgangs- und Unterrichtsleitung, die nach seiner Meinung von jeder ausgebildeten Klöpplerin gemacht werden könnte, stieß auf große Zweifel. Letztlich bleibt der Beschluss des Gemeinderats und dann mögliche Konsequenzen zu den Stabilisierungshilfen abzuwarten, schloss der Bürgermeister.

Ungeachtet dessen wird das vorher verabschiedete Programm des Vereins, der auf verschiedenen Ebenen die Bekanntheit und Attraktivität der Einrichtung forcieren will, durchgeführt, unterstrich die Vorsitzende Gabriele Taubald-Porzelt. Aus eigener Kasse werden Werbemaßnahmen bezahlt, mehrere Benefizarbeiten sind vorgesehen, der Verein beteiligt sich an diversen örtlichen und überörtlichen Veranstaltungen und nimmt auch am Ehrenamtsjahr der Nordhalbener Vereine teil. Im Haus selbst unterstützen die Mitglieder die Museumsleitung bei Ausstellungen und Kursen und betreuen auch auswärtige Besuchsgruppen. Dazu kommen der Museumsdienst an den Wochenenden und die Mitwirkung beim Nikolausmarkt. Aus dem Erlös des letzten in der Caféteria werden die vorgesehenen Werbeaktionen finanziert.

Dass der Museumsdienst viel Zeit kostet und dringend auf mehrere Freiwillige verteilt werden muss, stellte Leiterin Beate Agten fest. Ebenso wird dringend Mithilfe bei den geplanten vier Ausstellungen, dem Museumsfest am 4. Mai 2019 und den Workshops gesucht. Weiterhin berichtete sie von den auch aus den zwischenzeitlich beendeten Workshops und Coaching angelaufenen Strategien, auch zu einer verbesserten Öffentlichkeitsarbeit. Verstärkt wird auf neue Marketingbemühungen und Kooperationen mit anderen Einrichtungen gesetzt. Sie dankte für die große Unterstützung in der Übergangsphase. "Wir haben uns zusammengerauft". brachte sie das "nicht leichte Jahr" auf den Punkt.

Denn fast hätte es den Verein gar nicht mehr gegeben. Nachdem zunächst die anstehenden Neuwahlen mangels Bewerbern gescheitert waren und eine Auflösung bereits anberaumt war, gab es im dritten Anlauf dann doch überraschend eine neue Vorstandschaft mit der aus Schauenstein im Landkreis Hof stammenden Taubald-Porzelt an der Spitze. In ihrem ersten Bericht als Vorsitzende blickte sie auf ehrenamtlichen 273 Stunden in 91 Einsatztagen für die verschiedenen Aktionen und Dienste des Klöppelmuseums zurück. Bei fünf Todesfällen und zwei Neueintritten zählt der Förderverein 82 Mitglieder. Angesichts der möglichen Hiobsbotschaft des Bürgermeisters hatte die Vorsitzende eine eindeutige Botschaft zum Schluss: "Es nützt nichts, den Kopf in den Sand zu stecken. Wir wollen unser Klöppelmuseum behalten und unsere ,neue Welle' in die weite Welt hinaustragen, aber zunächst müssen wir wieder in der Region bekannt werden!"

Norbert Neugebauer