Das dicke Ende kommt zum Schluss: Getreu dem Volksmund begeben sich die Handballerinnen der TS Herzogenaurach auf ihre in dieser Spielzeit weiteste und beschwerlichste Auswärtsfahrt: Im Rückspiel beim SFN Vechta (im Hinspiel unterlag die TSH zu Hause mit 24:27) hat die Mannschaft am Donnerstag (13 Uhr) eine allerletzte, minimale Chance, doch noch in der 3. Liga zu bleiben.
Alle Protagonisten sind sich einig, dass man selbst angesichts der heftigen Verletzungsmisere schon im normalen Saisonverlauf zahlreiche Gelegenheiten verpasste, den Klassenerhalt zu schaffen. Die Qualität in der Mannschaft und auch die vorbildliche Einstellung aller sei in der Summe klassentauglich. Doch selbst die durchaus machbare Möglichkeit, sich in der Relegation gegen den HV Chemnitz entscheidend durchzusetzen, blieb wegen personeller Engpässe ungenutzt. Und so muss man nun Saison mit einer Mammutaufgabe abschließen.
Und immer noch fragen sich die beiden Kontrahenten, ob diese "Verlängerung der Verlängerung" noch zählbaren Nutzen hat, ob der Gewinner aus beiden Begegnungen am Ende wirklich in der 3. Liga bleiben kann. Andererseits wollen sich weder die TSH noch Vechta später nachsagen lassen, dass man sich um diesen letzten Strohalm nicht bemüht hätte, zumal alle vier in der Relegation befindlichen Teams (Chemnitz und Altlandsberg konnten sich bekanntlich qualifizieren) in der kommenden Saison nichts mit dem Abstieg zu tun haben dürften.
Allerdings muss das Trainer- Team Klaus Watzinger und Mirko Scholten auch am Donnerstag wieder improvisieren. Zwar sind Lisa Neumann und Sarah Stephan wohl wieder. Jedoch ist bei Carole Mittelheisser eine Rückenverletzung neuerlich aufgebrochen, und auch der Einsatz von Laila Schneidereit, die eine massive Schulterverletzung noch nicht ganz auskuriert hat, ist fraglich.
Spielerisch hielt die TSH am vergangenen Samstag lange mit, allein die nachlassenden Kräfte der personell heftig dezimierten Mannschaft sowie eine Fehleinschätzung der überragenden SFN-Linkshänderin Leonie Wöbking verhinderten einen Erfolg. Vechta muss zwar auch im Rückspiel auf Topspielerin Tina Schwarz verzichten, doch unter Berücksichtigung der Konsequenz, mit der das Team nach schwachem Spielauftakt zunehmend jede kleine Schwäche der TSH zu nutzen verstand, ist es schwer, den Optimismus zu bewahren.
So verkündet Watzinger zwar dass "wir alles versuchen werden, um erfolgreich zu bestehen". Davon unabhängig ist es ihm aber ein Anliegen über diesen Weg "allen zu danken, die unsere schwere Saison mitgetragen haben".