In der Sitzung des Marktgemeinderates Pretzfeld musste sich das Gremium mit einem Antrag des Vereins "Solawi" Ebermannstadt auseinandersetzen. Dieser hatte im Juli beim Landratsamt Forchheim eine wasserrechtliche Erlaubnis zur Wasserentnahme aus der Trubach auf der Gemarkung Pretzfeld von 900 Kubikmetern im Jahr beantragt.

Hierzu sollte das Gremium nun Stellung nehmen, da die Wasserentnahme in einem Wasserschutzgebiet des öffentlichen Wasserversorgers Markt Pretzfeld geschehen sollte. "Wir haben dann gleich das Wasserwirtschaftsamt Kronach eingeschaltet", berichtete der Zweite Bürgermeister Walther Metzner (WPA), der die Bürgermeisterin vertrat, und sagte weiter: "Die haben dann auf die trockene Wetterlage verwiesen und der beantragten Entnahme nicht zugestimmt." Eine Reduzierung der Entnahmemenge auf 25 Kubikmeter im Jahr nur in den Monaten von April bis September und für die Dauer von fünf Jahren hielt das Wasserwirtschaftsamt für vertretbar. Außerdem riet das Amt dem Verein, über eine Brunnenbohrung nachzudenken. Nachdem "Solawi" von der Aussage des Wasserwirtschaftsamtes erfahren hatte, beantragte es beim Landratsamt eine wasserrechtliche Erlaubnis zur Entnahme von 25 Kubikmetern Wasser.

Von 900 auf 25 reduziert

"Es erscheint zumindest merkwürdig, wenn der Antragsteller eine Reduzierung von 900 auf 25 Kubikmeter im Jahr widerspruchslos akzeptiert", meinte Metzner. Er gab zu bedenken, dass die tatsächliche Entnahmemenge und Entnahmezeit gar nicht geprüft werden könne. "Aufgrund der Klimazustände und der damit verbundenen geringen Wasserpegel sollten Entnahmen nur noch in ganz wenigen begründeten Einzelfällen genehmigt werden", meinte der Zweite Bürgermeister und empfahl dem Gremium, den Antrag auf Wasserentnahme abzulehnen.

Georg Nützel (WTH) kannte den Verein nicht und ließ sich erklären, dass es sich hierbei um die "solidarische Landwirtschaft" handle. Hans-Jürgen Müller (SPD/Ökol.) recherchierte schnell im Internet und fragte sich, ob da wohl das Zentrenmanagement Ebermannstadt dahinterstecke. Walther Metzner entgegnete, dass es ein eingetragener Verein sei. Maria Hack (FA) meinte: "Ich sehe den Antrag kritisch, denn unsere Obstbauern dürfen schließlich auch kein Wasser aus der Trubach entnehmen." Und Renate Hofmann (WIR) ergänzte: "Das Wasser in Flüssen und Bächen geht eh schon zurück."

Deshalb lehnten die Marktgemeinderäte einstimmig eine Wasserentnahme aus der Trubach durch "Solawi" ab.