Die Fahrt auf einem Roller am 25. November vergangenen Jahres am Ziegelbrunn in Haßfurt kommt einen 40-jährigen Arbeiter aus dem Maintal nun teuer zu stehen. Weil er keine gültige Fahrerlaubnis, dafür aber rund ein Promille Atemalkohol intus hatte, verurteilte ihn das Amtsgericht Haßfurt am Mittwoch zu einer Geldstrafe von 110 Tagessätzen zu 28 Euro, also 3080 Euro. Darüber hinaus verhängte das Gericht eine achtmonatige Fahrsperre und ein zweimonatiges Fahrverbot.

Vor Gericht gab der Angeklagte seinen Fehler zu. Etwas anderes blieb ihm nicht übrig, da ihn eine Polizeistreife angehalten hatte. Der Roller fuhr knapp 50 Stundenkilometer, sagte der Angeklagte - zu viel für ein Führerscheinlosen. Denn das Dokument hatte er bereits am 15. Juli 2015 nach einer Trunkenheitsfahrt abgeben müssen.

Verkehrsdelikte sind ihm nicht fremd. Vier davon stehen in seinem Bundeszentralregisterauszug, der mit zehn Einträgen reichlich bestückt ist. Auch wegen Hausfriedensbruchs, Beleidigung, Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte, Körperverletzung, Bedrohung und Nötigung ist er bereits verurteilt worden. Kein Wunder, dass der Staatsanwalt dem Angeklagten Uneinsichtigkeit bescheinigte.

Die Kurve kriegen!

Er müsse die Kurve kriegen und die Finger vom Alkohol lassen, um wieder auf einen grünen Zweig zu kommen, ermahnte er ihn und forderte eine viermonatige Bewährungsstrafe plus einer Geldauflage von 1000 Euro. Außerdem beantragte der Anklagevertreter eine einjährige Fahrsperre und ein dreimonatiges Fahrverbot, bei dem er - außer seinem Rasenmäher - nichts bewegen darf, was brummt.

Richterin Ilona Conver sprach die hohe Rückfallgeschwindigkeit des Angeklagten an. Erst im August vergangenen Jahres sei bei ihm eine dreijährige Bewährungsstrafe abgelaufen, die er für eine einschlägige Trunkenheitsfahrt mit Sachbeschädigung, bei der auch Drogen im Spiel waren, kassiert hatte. Und nur wenig später habe er erneut ein Verkehrsdelikt begangen, sagte Conver. Sie beließ es allerdings bei einer Geldstrafe, da der Verurteilte "nur" mit einem Roller unterwegs war. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.