Man kann es kaum glauben: Dieses Blues-Elixier, so schwarz, urig und authentisch, als wäre es in den schwarzen Musik-Destillerien der amerikanischen Südstaaten eingebraut worden, haben drei Musiker aus Mittelfranken kreiert. "Dr. Mabesi's Blues Elixier" entfaltet am Samstag, 7. Dezember, ab 21 Uhr im Gasthof "Zur Linde" in Unnersdorf seine hypnotische Wirkung auf die Besucher: Vielseitig instrumentiert, getrieben von der Leidenschaft für das Ursprüngliche und verbunden mit dem Hang zu vielschichtigen Arrangements ist der akustische Blues-Sound des Trios bei Konzerten.

Melancholische Einstimmung

Ob sich die Musiker mit eigenen oder fremden Federn schmücken - immer fühlt man sich zurückversetzt in die Anfangstage einer Musikrichtung, die den Grundstein legte für das, was man später einmal Rock'n'Roll nannte. So ist es nur folgerichtig, dass sich der Country-Folk-Blues-Bastard der Gruppe "Led Zeppelin", "Black Country Woman", im Programm des Ensembles findet.

Zu Beginn ihrer Auftritte stimmen Bernhard Stadlinger (Gesang, Slideguitar und Mandoline), Martin Arnold (Gitarre, Akustikbass, Percussion und Waschbrett) und Sigi Brunner (Gesang, Bluesharp und Akustikbass) die Besucher, wie es sich für eine Bluesband gehört, melancholisch. Aber auch die Eigenkomposition "Little Haddock Blues" ertönt bei vielen Konzerten. Dabei zaubert Stadlinger mit seiner Mandoline verträumte Töne in jeden Konzertsaal, von dem sich die Zuhörer angenehm berührt fühlen. Im Text des Stückes geht es weit weniger romantisch zu: Ein Mann fordert seine eifersüchtige Frau, die ihn noch dazu hintergangen hat, auf, ihn in Ruhe zu lassen.

Die Musiker machen sich auf, zu einem atemberaubenden Parforceritte durch die Welt des akustischen Blues: Es wechseln sich Stadlingers leidendes Organ mit den kratzigen, rauen Tönen Brunners ab, und Martin Arnold tobt sich in der Welt der Rhythmen aus: Das Pedal seiner Basstrommel pocht auf die spanische Cajun-Trommel, es kratzt, scheppert und swingt das Waschbrett, es wird mit Eiern und Salzstreuern geraschelt, dass es eine wahre Pracht ist. Stadlingers Slideguitar heult ein ums andere Mal lautstark auf. Brunner bläst schroff in seine Mundharmonika, der Gesang erklingt gleich mehrstimmig, während sich die Gitarren in Mollklängen aalen. Aus dieser kunterbunten klanglichen Mischung zaubern die drei Musiker einen harmonischen Gesamtsound überzeugender atmosphärischer Dichte. stö