Eine Ausstellung kehrt heim. So könnte man zu dem sagen, was vor Jahren durch den begeisterten Schallplattensammler Udo Klinger aus der Kuki (Kunst- und Kultur-Initiative) heraus geboren wurde. Jetzt hängt bis Ende Januar im Stadtschloss eine Sammlung, die es sogar schon in die Freiheitshalle nach Hof schaffte.

Peter Nürmberger war auch da. Der Mann, der in Hof Fachbereichsleiter für Kultur ist, fuhr an diesem Sonntagvormittag eigens nach Lichtenfels, um nach dem zu sehen, was er dieser Tage hat ziehen lassen müssen. "Wenn man sagt, es interessiert einen, dann muss man auch mal kommen und es anschauen", sagt er zu der seiner Meinung nach gut ins Licht gesetzten LP-Hüllen-Ausstellung, die den geglückten Namen Undercover trägt.

Unterhalb der Dachziegel

Und unter Covern ist man hier auf zwei Etagen wirklich. Teilt sich die Ausstellung auf einer Etage noch die Bühne mit der Dauerausstellung zu den vom Korbmarkt her bekannten Plejadenkostümen, so gehört das letzte Geschoss unterhalb der Dachziegel den LP-Hüllen allein. Den LP-Hüllen, die zumeist Udo Klinger gehören, die er einst gemeinsam mit dem Lichtenfelser Florian Held und Akteuren der Kuki ausgesucht und besorgt hatte. Auch Bürgermeister Andreas Hügerich zählte zu den Besuchern der Vernissage und er zeigte sich stolz darüber, "dass sogar Hof darauf aufmerksam wurde". Dorthin fuhr sogar der Bauhof, die gerahmten Exponate sorgsam in die Korbstadt zu überführen.

Doch was ist die Stärke dieser Ausstellung? Es sind die Geschichten, die hinter dem Design der Hüllen stecken, es sind die Gedanken, die in den Designs stecken, es sind die fotografischen Künste oder die herausragenden Grafikarbeiten, die dem jeweiligen Zeitgeist Ausdruck schenkten. Über 50 Jahre Rockgeschichte, dokumentiert durch mitteilsame Verpackung vieler ihrer maßgeblichen Platten. Rockgeschichte, Musikgeschichte, Kulturgeschichte.

Von Station zu Station

Versehen sind die LP-Hüllen zudem noch mit textlichen Erklärungen, die nicht selten Anekdotisches aufbereiten und immer am Thema des jeweiligen Designs bleiben. Und Klinger war es vorbehalten, das Publikum mit einer kleinen Führung von Station zu Station mitzunehmen. Von Elvis unten links neben dem Eingang bis Genesis oben rechts neben dem Treppenaufgang. "Es können über 100 Cover sein", so Klinger. Während seines Rundgangs erzählte auch er Anekdotisches und mitunter auch Privates. So von einer Begegnung mit einem Scorpions-Mitglied Mitte der 70er Jahre, an welches sich der Musiker noch erinnern konnte.

Oder von der Begegnung mit einem maßgeblichen Gestalter berühmter Pink-Floyd-Alben. Man merkte dem Mann an, dass er sich freute, die Exponate, die zum allergrößten Teil aus seiner eigenen Sammlung stammen, vorzustellen. Seit über 40 Jahren ist er Sammler, und was hinter den Rahmen steckt, ist Herzblut. Ergriffen zeigte sich angesichts der Aufbereitung auch Andreas Hügerich. Und einen kleinen Wunsch trug auch er an die Ausstellung heran: "Jeder von uns wird mit einer LP eine ganz besondere Beziehung haben. Ich wünsche mir, dass man wieder mal gemeinsam schwelgen kann."

Gelegenheit zum Schwelgen besteht donnerstags und sonntags zwischen 14-17 Uhr und nach telefonischer Vereinbarung (09571/795-134). Und Klinger? Er nahm die Aussicht darauf gelassen, dass jede Ausstellung, auch wenn sie auf Tour war oder Rundfunksender zu ihr berichteten, mal ein Ende hat. Die Cover werden eben irgendwann wieder aus den Rahmen genommen, die Rahmen wird Hof zurückerhalten und die Cover selbst landen dann wieder im Plattenschrank.