Freitagmittag, die Schulglocke hat längst das wohlverdiente Wochenende für die Schüler und Lehrer eingeläutet. Doch an der Schule in Mainleus denkt keiner ans Nachhausegehen. Unter der Regie der beiden Lehrerinnen Marga Passing und Katrin Pühl trafen sich Grundschüler mit ihren Eltern im Schulgarten, um mit vereinten Kräften dem Unkraut an den Kragen zu gehen.
"Wir machen jedes Jahr bei der Aktion ,Zamm geht's' mit", so Marga Passing. 45 Kinder und 37 Erwachsene fanden sich in dem rund 400 Quadratmeter großen Garten ein. Bad Brambacher spendierte Getränke für alle. Der Markt Mainleus stellte Bratwürste und Steaks zur Verfügung. Denn natürlich sollten alle "Arbeiter" nach ihrem Einsatz mit einem schönen Grillfest belohnt werden.
Große Kommandos musste die Lehrerin nicht geben. Jeder der kleinen und großen Helfer wusste genau, was er zu tun hatte. "Wir haben hier zwölf Beete. Die wollen wir wieder anpflanzen", so Passing kurz. Schon werkelten alle munter drauflos, legten die Erdbeerpflanzen frei und pflanzten Kräuter.


Schnittlauch aufs Brot

"Ich mag die grünen Zwiebeln am liebsten", schwärmte Luis Derfler (7) und meinte den Schnittlauch. Für Luis gibt es keinen besseren Brotbelag.
"Wir haben zu Hause auch ein Beet. Da bauen wir Karotten und Salat an. Das essen auch die Meerschweinchen", erzählte Leonnie Müller (14). Sie ist eigentlich nur zur Unterstützung ihrer kleinen Schwester in den Schulgarten gekommen.
Als Besonderheit sollen im Schulgarten Sojabohnen wachsen. Das Saatgut stammt von der Uni Hohenheim. "Wir werden aber auch Kartoffeln stecken und Tomaten und Gurken anbauen. Ein Gewächshaus haben wir auch", freute sich Katrin Pühl. Außerdem gedeihen im Schulgarten allerlei Beeren. Und die dürfen von den Schülern natürlich jederzeit vernascht werden. "Ich arbeite eigentlich gerne im Garten. Besonders gerne pflanze ich Bäume", berichtete Linda Müller. Doch beim Arbeitseinsatz hatte sie die Aufgabe, den Weg vom Unkraut zu säubern. "Das ist jetzt natürlich nicht so eine schöne Aufgabe, aber ich machte trotzdem gerne mit", sagte die Siebenjährige. Die Kinder zupften in Windeseile wahre Berge von Unkraut, schleppten das unerwünschte Grünzeug in einen eigens aufgestellten Container.
Eine besonders schwierige Aufgabe hatten Alexander (10) und Bernd Bittruf. Denn beide kümmerten sich um den schuleigenen Teich. "Aber das kriegen wir hin. Ich habe 15 Jahre lang geschäftlich Gartenteiche angelegt", lachte Bernd Bittruf. Auch sein Sohn ist schon ein kleiner Experte. "Man muss das Schilf kürzen", erklärte der Schüler. "Die meisten Teiche sind zu flach und haben keine Uferzone. Aber der Schulteich ist schön", konstatierte Bernd Bittruf. "Zu Hause haben wir auch einen Teich mit Seerosen, Schwertlilien und Sumpfdotterblumen", ergänzte Alexander.
Bei der Arbeit im Schulgarten entdeckten die Kinder Regenwürmer und dicke Egerlinge. Und so mancher staunte, was im Insektenhotel, das im Schulgarten steht, so los war.