Zum Bericht "Laute Stimmen übertönen den Flüsterasphalt" vom 3. Januar: In Forchheim entscheidet die Himmelsrichtung, nicht die Betroffenheit und Anzahl der Bewohner. Wie im Artikel zu lesen war, genügen im Westen der A 73 laute Stimmen, um politische Kräfte aufzuschrecken und zum Handeln anzuregen. Dies hätten wir uns im Norden der Stadt schon lange gewünscht.

Im Forchheimer Norden, wo der Schienenlärm circa 9000 Bürger, darunter weit über 2000 Schüler, belästigt und stört, zucken diese Kräfte nur die Schultern, geschweige denn zeigen sie Interesse, welche Auswirkungen der ICE-Ausbau für die Anwohner bereithält.

Der Norden Forchheims wurde ja bereits bei Isek (integriertes städtisches Entwicklungskonzept) 2011 schriftlich als unbeliebter Stadtteil gebrandmarkt. Kurzfristige Floskeln zu Wahlzeiten ändern daran rein gar nichts. Die Geringschätzung der Stadtteil-Bewohner ist unübersehbar und zu verurteilen, weil eigentlich alle Forchheimer gleich sein und im Rathaus vertreten sein sollten. Oder gibt es doch Bürger erster und zweiter Klasse?

Politische Vertreter sollten sich für ganz Forchheim und nicht nur für privilegierte Stadtteile einsetzen, wobei vor allem Forchheim-Nord die wirksamste Unterstützung bräuchte.

Für den "unbeliebten nördliche Stadtteil" ist trotz des hart erkämpften S-Bahn-Halts und des wachsenden Schulzentrums noch keine klare Zielsetzung für eine Zukunftsentwicklung erkennbar. Die riesigen Chancen dieses Stadtteils werden negiert oder nicht gesehen. Die jährliche Bürgerversammlung war die jeweils am besten besuchte in Forchheim. Wurde sie deshalb abgeschafft?

Man könnte auf die Idee kommen, die Verantwortlichen schämen sich des nördlichen Stadtteils, weil sie sich trotz mehrfacher Einladungen auch kaum sehen lassen. Aber vielleicht erscheinen sie ja zur Einweihung des S-Bahn-Halts Forchheim-Nord und stellen dabei selbstlobend den Erfolg ihres Engagements vor.

Marga Sacher

Forchheim