"Die Orgel tanzt", so lautete das Motto des 10. Internationalen Orgelzyklus in der Kronacher Christuskirche. Die Orgelvirtuosen Sabine Steinmetz und Marius Popp widmeten sich den Musikern Johannes Brahms und Antonín Dvorák. Von der romantischen Steinmeyer-Orgel auf der Empore strömten die Klänge von Slawischen und Ungarischen Tänzen durch die Kirche.

Steinmetz und Popp transportierten als eingespieltes Team aber nicht nur die Musik, sondern sie erschufen damit auch Bilder. Melodien, die einige nur von der Violine kannten, entwickelten durch die Orgel ihr ganz eigenes Leben. Es traf ungarische Leichtigkeit auf Tiefe und Gefühl, Lebenslust auf Lebenswillen. Schon eingangs hatte Marius Popp auf die schnellen Wechsel aufmerksam gemacht. "Es ist immer spannend, wenn zwei Leute zusammen ein Instrument spielen. Da stellt sich ständig die Frage: ,Wo spiele ich, wo spielst du?' Das ist eine reife Leistung, die erst einmal vollbracht werden will."

Eingegangen ist er auch auf den gesamten Orgelzyklus, der schon so viele internationale Größen nach Kronach gelockt habe. "Aber ohne die Geduld und die Unterstützung von Dekanin Dorothea Richter wäre das überhaupt nicht denkbar gewesen." Jetzt habe er schon Anfragen aus der ganzen Welt. "Wir haben einen wirkungsvollen Eindruck hinterlassen." Und wirft man einen Blick auf die Musiker, die bis jetzt schon gespielt haben, dann reicht die Spannweite tatsächlich von Barcelona bis Seoul und von Tschechien bis Paris. Die Dekanin selbst hielt sich eher bescheiden im Hintergrund: "Dass ich ja sage zu diesen Konzerten, ist zweitrangig. Da wurden so viele internationale Beziehungen geknüpft, der Orgelzyklus hat sich herumgesprochen, das ist ein großer Verdienst. Ich unterstütze gerne, wo ich kann." ml