Die Stimmung launig und gelöst, die Inhalte durchaus auch ernst: Die Kreishandwerkerschaft Bamberg hat bei einer neu konzipierten Feier 115 Junggesellen freigesprochen und die Gesellenbriefe überreicht. Die Nachwuchshandwerker sind damit aus alter Tradition von ihren Pflichten gegenüber ihren Ausbildungsmeistern befreit, fühlen sich aber durchaus dem Handwerk und seinen Ansprüchen verpflichtet. So sagte der Sprecher der Gesellen, Patrick Einwich (Anlagenmechaniker SHK), der zu den Prüfungsbesten gehörte: "Wir wollen uns bemühen, durch berufliche Fortbildung den Anforderungen, die die Zukunft an uns stellen wird, gerecht zu werden. Dadurch wollen wir mit dazu beitragen, das gute Ansehen der Handwerksarbeit in der Öffentlichkeit zu festigen."

Dass beide Anliegen, sowohl die der Nachwuchshandwerker als auch für das Handwerk insgesamt, von Bedeutung sind, machte Bambergs Kreishandwerksmeister Manfred Amon in der Festansprache deutlich. "Betrachten Sie Ihr Abschlusszeugnis und den Gesellenbrief ruhig einmal als das Wertpapier, das es ist. Das haben Sie sich auch verdient." Allerdings sei dies nur ein Zwischenschritt, auf dem man sich nicht ausruhen könne. "Wenn Sie nicht weiter am Ball bleiben, bleiben Sie - im besten Fall - auf der untersten Stufe der Karriereleiter stehen. Oder sind später nicht mehr in der Lage, neue Materialien oder Techniken zu beherrschen." Amon motivierte die Gesellen daher, ehrgeizig zu sein und das umfangreiche Fortbildungsangebot der Handwerkskammer für Oberfranken, der Kreishandwerkerschaft und der Innungen vielfältig zu nutzen.

Vier Gesellen erzielten in den Abschlussprüfungen Bestnoten: Patrick Einwich aus Memmelsdorf, ausgebildet zum Anlagenmechaniker SHK bei der Robert Nüßlein GmbH in Würgau, Felix Friedel aus Hirschaid und Bastian Jantschke aus Scheßlitz, beide ausgebildet zum Feinwerkmechaniker bei der Leicht GmbH in Hallstadt, sowie Louis Rückel aus Geiselwind, ausgebildet zum Anlagenmechaniker SHK bei der Werner Heizungsbau GmbH & Co. KG in Aschbach.

Lange Wegstrecke

Auch der Vizepräsident der Handwerkskammer für Oberfranken, Matthias Graßmann, appellierte in seinem Grußwort an die Junghandwerker, den Abschluss der Ausbildungszeit nur als ersten Teil einer langen Wegstrecke zu sehen. "Sie haben mit ihrer handwerklichen Ausbildung jetzt wirklich eine hervorragende Basis und gutes Reisegepäck in der Tasche. Ihr Weg wird aber, das kann ich Ihnen versichern, noch viele Windungen und Abschnitte nehmen." Daher sei es wichtig, sich dem lebenslangen Lernen nicht zu verschließen.

Die weiteren Gastredner - Landrat Johann Kalb (CSU) und Zweiter Bürgermeister Christian Lange (CSU) - setzten bei den Aussagen des HWK-Vizepräsidenten an und betonten die Bedeutung des Handwerks für die Wirtschaft und für das alltägliche Leben eines jeden Einzelnen. Beide warten aktuell im privaten Bereich auf Handwerker. Entsprechend unterstrichen sie die Forderung von Kreishandwerksmeister Amon, der sich in Anlehnung an Alt-Bundespräsident Roman Herzog einen "Ruck pro beruflicher Bildung" wünschte. Manfred Amon: "Nur bei einer ausreichend hohen Zahl an hochqualifizierten Handwerkern können die tatsächlichen Bedürfnisse der Bevölkerung erfüllt werden."

129 Auszubildende waren bei den Gesellen-Prüfungen der Kreishandwerkerschaft Bamberg und ihrer angeschlossenen Innungen im Winterhalbjahr angemeldet, 115 Prüflinge haben mit zum Teil guten oder auch sehr guten Leistungen bestanden. Das Metall-Handwerk stellte mit 26 Feinwerkmechanikern, zwölf Metallbauern und drei Fachpraktikern die größte Zahl der erfolgreichen Prüflinge. Danach folgten die Anlagenmechaniker mit 40 Gesellen, das Elektro-Handwerk mit 25, das Friseur-Handwerk mit vier, das Bäcker-Handwerk mit einem Gesellen und drei Fachverkäuferinnen sowie das Schreiner-Handwerk mit einem Fachpraktiker für Holzverarbeitung. red