Eckehard Kiesewetter Ebern —  Die Mitglieder im Bauausschuss des Kreistages sind große Projekte gewöhnt. Und doch staunte mancher von ihnen nicht schlecht über die Veränderung, als zum Wochenbeginn zum wiederholten Mal ein Rundgang durch die Dr.-Ernst-Schmidt-Realschule in Ebern auf dem Programm stand. Das Schulhaus ist nicht nur um 20 Meter in der Länge und dreistöckig in der Höhe gewachsen, es hat sich auch im Inneren grundlegend verwandelt beziehungsweise wandelt sich noch.

Wirtschaftlichkeit, Energieeffizienz und kühle, funktionale Gestaltung sind heute angesagt; nichts erinnert mehr an die einstige Backsteinoptik, an Schülermalerei an der Fassade oder an die kaligrafische Kunst des einstigen Schulleiters Horst-Raimund Haertl

Mit moderner Technik

Dass die Bauarbeiten indes noch in vollem Gange sind, zeigen zahlreiche provisorisch eingezogene Wände aus Pressspanplatten, die Baustelle und Schulbetrieb voneinander trennen. Doch vieles kann auch bereits genutzt werden.

Die Vergrößerung krempelt das Raumprogramm grundlegend um. Heute finden sich Sekretariat und Direktorat beispielsweise nicht mehr im hintersten Eck im ersten Stock, sondern gleich rechts neben dem Eingang.

Schulleiter Hartmut Weiß präsentierte dem Gremium einen der neuen Computerräume, in dem keine Tafel mehr erforderlich ist. Alles wird per PC oder Beamer erledigt. Im Musiksaal probte gerade der Chor für das Schulkonzert am heutigen Donnerstag. Im größten Unterrichtsraum der Schule finden die rund 90 Sänger locker Platz. Stolz ist der Rektor auch auf die hellen und großzügigen Räume für den naturwissenschaftlichen Unterricht - Physik, Biologie und Chemie. Ein spezielles Schließsystem sorgt für Sicherheit, damit zum Beispiel niemand unberechtigt Zugang zu den Chemikalien erhält.

Der Wandel dauert bereits über drei Jahre an, denn die Arbeiten am Erweiterungsbau begannen im März 2016. Ab Mitte Juni steht jetzt der vierte und letzte Bauabschnitt an, so dass die gesamte Maßnahme laut Angaben aus dem Landratsamt voraussichtlich im Oktober/November abgeschlossen wird.

Neues Portal

Der Haupteingang von der Georg-Nadler-Straße her wird noch umgestaltet und eine Fluchttreppe an der Stirnseite installiert, wie die Besucher erfuhren. Im kommenden Jahr dann sollen die Außenanlagen hergerichtet werden, sagte Landrat Wilhelm Schneider: "Der Zeit- und der Kostenplan werden eingehalten."

Der aktuelle Um- und Erweiterungsbau schreibt das ständige Wachstum der Realschule fort: Die einstige Mittelschule wurde 1962 für acht Klassen in Skelettbauweise errichtet und musste schon fünf Jahre später für den Bedarf von zwölf Klassen erweitert werden. 2001/2 folgte ein neuerlicher Ausbau für fünf Klassen. Aktuell werden 478 Mädchen und Jungen in 19 Klassen unterrichtet. Ab Herbst stehen rund 3800 Quadratmeter Nutzfläche zur Verfügung.

Die Gesamtkosten werden laut Landratsamt knapp 7,8 Millionen Euro betragen, wovon der Freistaat gut fünf Millionen Euro aus FAG-Mitteln (Geld aus dem "Bayerischen Finanzausgleichsgesetz") zuschießt. Dem Kreis bleibt ein Eigenanteil von mehr als 2,75 Millionen Euro.