Ekkehard Roepert Forchheim — Der hitzebedingten Mattigkeit begegnet die Kreis-CSU an diesem Mittwochabend - mit Euphorie. Sie zu entfachen, fällt Michael Hofmann, dem Landtagsabgeordneten und CSU-Kreisvorsitzenden, nicht schwer. Es genügt, den Namen des Kandidaten zu nennen, den Hofmann der Versammlung für die Landratswahl im März vorschlägt und schon ist im Sportheim des SV Buckenhofen kein Halten mehr.

"Nach diesem Beifall gäbe es eigentlich nichts mehr zu sagen", scherzt Hofmann. Seine formal notwendige Frage, ob es weitere Kandidaten-Vorschläge für die Landratswahl im März gebe, beantworten die 120 CSU-Kreismitglieder mit heiterem Gemurmel.

Ein bisschen was zu sagen hat der Kreis-Vorsitzende dann doch noch. Er präsentiert "unseren Hermann" als jemanden, der in den vergangenen Jahren bewiesen habe, "dass man ihn so gut wie nicht aus der Ruhe bringen kann". Ulm sei ein Landrat, der die "aufsuchende Politik" pflege. Er stehe für Bürgernähe und Bodenständigkeit und für einen "Natur-Landkreis", in dem zugleich die Wirtschaft floriere.

Hofmann deutet an, dass Ulms Herausforderer im März keine guten Karten haben dürften. Denn sie müssten eine plausible Antwort auf diese Frage geben: "Welche Aufgabe hat Hermann Ulm nicht angepackt"?

Drei Brocken, tausend Kontakte

Ulms Redemanuskript ist elf Seiten lang. Etwa drei Dutzend Begriffe im Manuskript sind gefettet, jede Fettung steht für ein Thema. Die Fülle der Aufgaben eines Landrates, die Ulm den 120 Parteifreunden schildert, reicht von Bildung und Bürgerservice über Tourismus, Taktangebot im Nahverkehr bis zur Gesundheitsversorgung. Das 50 Millionen Euro schwere Schulsanierungspaket, der Neubau der Landratsamtes und die Klinik-Fusion seien "die drei großen Brocken" gewesen. "Ja, sechs Jahre sind wie im Flug vergangen", sagt Ulm und erinnert, was das Eindrücklichste gewesen sei: "Die vielen Tausend Kontakte und Gespräche mit den Menschen im Landkreis."

Kritische Anmerkungen aus dem Publikum sind bei dieser Aufstellungsversammlung nicht zu erwarten. Was potenzielle Kritiker an diesem Abend im Sinn haben mochten, thematisiert Hermann Ulm selbst: Dem einen sei er "zu wenig Parteipolitiker", anderen "zu sehr auf Harmonie aus". Aber, lässt der amtierende Landrat seine Anhänger wissen: "Da kann ich mich auch nicht verbiegen, so bin ich halt. Und ich denke, mit dem Gemeinsinn haben wir auch viel erreicht."

Kurz bevor Michael Hofmann das Wahlergebnis verkündet, steckt er Hermann Ulm einen Zettel mit dem Ergebnis zu. Darauf steht: 119 Ja, eine Nein-Stimme. Ulm nickt lächelnd und sagt für sich: "Ich weiß schon, wer es ist."

Dann verkündet Michael Hofmann offiziell das Ergebnis. Es folgen lange stehende Ovationen. Hermann Ulm nimmt sie mit einem milden Lächeln entgegen. Und als der Applaus endet, macht Ulm gleich wieder was für den Gemeinsinn: "Den mit der Nein-Stimme lade ich auf das Annafest ein."