Um Mobilität ging es dem Gemeinderat auch beim Tagesordnungspunkt "Fränkische Toskana" - Fortführung des Tourismus-Managements und Billigung des Budgets. Es handelt sich um eine freiwillige Leistung der Gemeinde in die Wirtschaftsförderung. Strullendorf teilt sich mit Memmelsdorf und Litzendorf die Kosten und den Erfolg, auch wenn er nicht so leicht zu messen ist.
Die dreijährige Beschäftigung der Diplom-Geographin Bianca Müller als Tourismus-Managerin läuft zum Jahresende aus. Ihr Einsatz hat sich nach Ansicht der Strullendorfer Kommunalpolitiker gelohnt: Die Zahl der Übernachtungen in den Beherbergungsbetrieben der Gemeinde stieg seit 2006 von rund 9000 um jährlich 13,3 Prozent auf 24 817 in 2016. Der Zuwachs liegt deutlich über dem Kreisdurchschnitt von 2,1 Prozent im Jahr, ist dem Jahresbericht zu entnehmen, der dem Gemeinderat unlängst vorgelegt worden war.
Neben dem Übernachtungssektor ist für die "Fränkische Toskana" die Naherholung unter dem Aspekt "Bierkultur, Genuss und Gastlichkeit" wichtig. Bewährte Veranstaltungen wie Kerzenlichtkonzerte, Kulturherbst Ellertal, LandKreisKultur oder Tucher Blues- und Jazz-Festival werden in diesem Jahr fortgeführt, Neues kommt hinzu, allem voran der Erste Brauereienlauf Fränkische Toskana (Marathon) am 29. September. Ebenfalls neu im Programm sind der Fränkische Kinosommer mit Radio Bamberg in Strullendorf (Ende August), der Oberfränkische Schlössertag auf Schloss Seehof (22. Juni) sowie das Gedenken an den Beginn des 30-jährigen Kriegs vor 400 Jahren (Themenjahr in der Fränkischen Schweiz).
Außerdem im Programm: der dritte Genusstag im Landkreis Bamberg im September und das Bierkulturfest Fränkische Toskana am 4./5. Mai in Memmelsdorf.
Die drei beteiligten Gemeinden stehen zu je einem Drittel für die Gesamtkosten von 114 000 Euro in 2018 gerade. Auf Strullendorf entfallen 38 000 Euro, vier Prozent mehr als voriges Jahr. Das Tourismus-Budget bewilligte der Gemeinderat ebenso wie die Fortsetzung der Gemeinschaftsaufgabe bei jeweils einer Gegenstimme.
Andreas Kehl (Neue Liste) steht dem Konzept reserviert gegenüber, weil er sich eine finanzielle Beteiligung der Brauereien erwartet, die doch hauptsächlich von den Aktivitäten des Tourismus-Managements profitierten.
Eine breitere Themenpalette wünschten sich unter anderem Petra Schwantes (NL) und Christian Weghorn (CSU). Wie wichtig es ist, als Tourismus-Verband "Fränkische Toskana" auf Messen in Erscheinung zu treten und sich der vielen Konkurrenten zu erwehren, steuerte Christian Beickert (SPD) bei. Und Bürgermeister Wolfgang Desel (CSU) gab zu bedenken, dass Strullendorf allein auf diesem Sektor kaum zur Geltung kommen könnte.
Offen blieb die Frage, ob die drei Gemeinden den Wunsch Gundelsheims erfüllen werden, sich dem Tourismus-Verein anzuschließen: Die mögliche Senkung der Gemeinkosten steht dem Aspekt, sich einen Mitbewerber einzuhandeln, gegenüber. Über den Anschluss Gundelsheims wird noch verhandelt.