Über die Nutzung der Neuen Residenz in nachfürstbischöflicher Zeit referiert am morgigen Dienstag ab 19 Uhr Dr. Sebastian Karnatz im Alten E-Werk. In seinem VHS-Vortrag "Majestäten, Königskinder, Verfassungsväter. Zur Nutzung der Neuen Residenz in nachfürstbischöflicher Zeit" geht der Referent der Museumsabteilung der Bayerischen Schlösserverwaltung auf einzelne Bewohner des Prachtbaus auf dem Domberg ein.

Tags darauf, am Mittwoch um 12.30 Uhr, stellt Karnatz allen Interessierten in einer Kurzführung unter dem Titel "Wohnen wie der Kronprinz in Bamberg" die Möbel des Kaiserappartements in der Neuen Residenz vor.

Majestäten und Verfassungsväter

Nachdem die Neue Residenz nach der Abdankung des letzten Fürstbischofs Christoph Franz von Buseck 1802 säkularisiert worden war, suchten die Wittelsbacher nach neuen Nutzungsmöglichkeiten des gewaltigen Komplexes. Unter anderem bewohnten Kronprinz Maximilian, der spätere König Maximilian II., und König Otto von Griechenland nach seiner erzwungenen Abdankung 1862 die ehemals fürstbischöfliche Residenz. Zum Schauplatz bayerischer Verfassungsgeschichte wurde die Residenz noch einmal 1919, als die gewählte Regierung Ministerpräsident Hoffmanns und der Landtag in Bamberg tagten - und nicht im revolutionsschwangeren München.

Der Vortrag "Majestäten, Königskinder, Verfassungsväter" ist Teil der Vortragsreihe zum Jubiläum "100 Jahre Bamberger Verfassung (1919-2019)", das innerhalb des Semester-Fokusthemas "Demokratie in Bayern" beleuchtet wird. Die Vortragsreihe ist eine Kooperation der VHS Bamberg Stadt mit dem Stadtarchiv Bamberg, dem Historischen Verein Bamberg und der Bayerischen Verwaltung der staatlichen Schlösser, Gärten und Seen. Für den Vortrag morgen Abend im großen Saal des Alten E-Werks ist keine Anmeldung erforderlich; der Eintritt ist frei.

Das Kaiserappartement

Der mittägliche "Kunstsnack" der Museen um den Bamberger Dom führt dann am Mittwoch um 12.30 Uhr in das Kaiserappartement der Neuen Residenz. Obwohl das Kaiserappartement in seiner wandfesten Ausstattung, also im Stuck und in den Deckmalereien, deutlich die Spuren des Spätbarock und des Rokoko trägt, spannt die Ausstattung einen viel weiteren Bogen von vereinzelten Barockmöbeln, über klassizistische Sitzgarnituren hin zu biedermeierlich anmutenden Gesamteindrücken. Den Gründen für die heutige Zusammenstellung des Mobiliars geht Sebastian Karnatz in seiner Kurzführung am Mittwochmittag nach.

Der Freundeskreis der Museen um den Bamberger Dom lädt alle Interessierten zu dieser Kurzführung ein. Treffpunkt ist im Kassenraum in der Neuen Residenz, Domplatz 8, Bamberg. Die Teilnahme an der Führung ist frei, es fallen die regulären Eintrittskosten an.

Die "Kunstsnacks" am Domberg sind ein Angebot speziell für Einheimische und in Bamberg Berufstätige. Bei den 30-minütigen Kurzführungen in der Mittagspause stellen die Dombergmuseen reihum eine Auswahl interessanter Ausstellungstücke vor. Die Kooperation "Domberg - Museen um den Bamberger Dom" umfasst das Diözesanmuseum, das Historische Museum in der Alten Hofhaltung, die Staatsgalerie in der Neuen Residenz, die Prunkräume der Neuen Residenz und die Staatsbibliothek Bamberg.

Die nächsten Kunstsnack-Termine am Domberg: 24. Juli: Staatsbibliothek: "Spuren des fürstbischöflichen Militärs in der Staatsbibliothek Bamberg"; 21. August: Staatsbibliothek: "Weitgereist. Seltene Bücher aus der Bibliotheca Bipontina". red