Seit mehr als 150 Jahren gibt es die Feuerwehr im Ahorner Ortsteil Witzmannsberg, 365 Tage im Jahr rund um die Uhr. Für die aktuell 52 Mitglieder des Feuerwehrvereins, darunter sind 27 Aktive, ist es ein guter Grund, einmal Rückschau auf die bewegende Geschichte der Wehr zu halten. Und den besonderen Geburtstag in einem großen Zelt, das hinter der Kirche auf dem Festplatz aufgebaut wird, unter der Schirmherrschaft von Bürgermeister Martin Finzel zu feiern - zusammen mit der gesamten Bevölkerung und befreundeten Wehren. Der Höhepunkt des Festes wird am Sonntag, 28. Juli, sein, wenn gegen 13 Uhr über 50 Feuerwehr-Oldtimer, darunter Spritzen und Fahrzeuge aus längst vergangener Zeit, zu einer Rundfahrt durch Witzmannsberg aufbrechen werden. Gegen 16 Uhr findet eine Prämierung der schönsten Oldtimer statt. Der Vorsitzende des Feuerwehr-Vereins, Karl-Heinz Müller, bereits seit 37 Jahren an der Spitze, ist sich ganz sicher, das viele alte Fahrzeuge und Spritzen in den Garagen schlummern. "Man sollte diese auch mal der breiten Öffentlichkeit zeigen und an die alte Zeit erinnern. Viele Jungfeuerwehrleute kennen diese Spritzen und Fahrzeuge nicht mehr", betont Müller.

Die Feierlichkeiten beginnen aber schon am Samstag, 27. Juli. Ab 19 Uhr findet der kurzweilige Festkommers im Zelt statt. Die Festansprache wird der Schirmherr, Bürgermeister Martin Finzel, halten.

Die Wehr hat über die Jahre immer versucht, die Gemeindekasse zu entlasten. Und war immer sehr innovativ. Eigentlich hätte man den 150. Geburtstag schon viel früher feiern müssen. Denn bereits 1857 wurde von der damals selbstständigen Gemeinde Witzmannsberg angeordnet, die Feuerlöschmaschinen und Spritzen mindestens dreimal im Jahr einer umfassenden Prüfung zu unterziehen. Allerdings wurde die Wehr zum ersten Mal 1869 erwähnt, wie die Aufzeichnungen in der Chronik belegen. Bereits 1874 wurde ein Gerätehaus geplant und gebaut, denn die Wehr konnte zu dieser Zeit schon eine sehr umfangreiche Ausrüstung vorweisen. Eine Signalhupe aus dem Jahr 1890 ist auch noch vorhanden. Der Feuerwehrverein wurde dann im Jahre 1897 von 29 Männern gegründet. Im Jahre 1948 war eine gebrauchte Motorspritze der ganze Stolz der Wehr. Nur zwei Jahre später wurde auch der Feuerlöschteich, mitten im Ort gelegen, gründlich renoviert. Die Chronik berichtet von weiteren Anschaffungen im Jahr 1954, darunter waren Stahlhelme und Uniformröcke. 1964 wurde eine nagelneue Tragkraftspritze vom Typ TS8/8 mit umfangreichem Zubehör in Empfang genommen.

Ein besonderes Erlebnis war das 100. Jubiläum 1969, bei dem sich ein Festzug mit über 70 Gruppen durch Witzmannsberg schlängelte. 1982 wurde Karl-Heinz Müller, der auch als Kommandant bis zum Erreichen der Altersgrenze tätig war, zum Vorsitzenden gewählt. Bis heute hat er diesen Posten inne. Vor einigen Jahren wurde er zum Ehrenmitglied und zum Ehrenkommandanten der Wehr ernannt. Die heutige Führungsmannschaft setzt sich so zusammen: Vorsitzender Karl-Heinz Müller, Zweiter Vorsitzender Michael Rosenbusch, Schriftführer Arno Müller, Kassier Andre Sämann, Besitzer Sebastian Müller, Kommandant Pascal Lindlein, Zweiter Kommandant Florian Martin, Jugendwart Ivi Martin.

Die Anforderungen an die Wehr wurden immer größer, deshalb fiel 2001 der Beschluss, ein neues Feuerwehrgerätehaus am Platz des alten Gerätehauses, wo auch ein Milchhaus stand, zu bauen. Ein Jahr später wurde der Feuerwehrgeräteneubau festlich eingeweiht.