Schulden abgebaut, eine Top-Sportanlage, um die den TSV Neudrossenfeld viele beneiden und ein aktueller 3. Tabellenplatz der 1. Fußballmannschaft in der Landesliga Nord-Ost. Dazu die fußballerisch viertbeste Elf in ganz Oberfranken. Viel besser hätte die Bilanz bei der Jahresversammlung im vereinseigenen Sportheim nicht sein können. Vorsitzender Gerald Weinrich zeichnete das Bild eines Vereins, der sich von anderen abhebt, sinnvoll investiert und Mut zur Veränderung hat. "Ich bin stolz, an der Spitze eines solchen Clubs stehen zu dürfen. Wenn wir weiterhin so kontinuierlich arbeiten mit einer schwarzen Null, könnten wir in zehn Jahren alle unsere Verpflichtungen abgebaut haben", schaute Weinrich weit in die Zukunft.
Er blickte dabei auch auf den hohen Gegenwert der Sportanlage mit einem renovierten Sportheim, einem neuen Kunstrasenplatz, einem Rasenplatz, Trainingsplatz und Kleinspielfeld. In 2018 will der TSV nach vorherigen größeren Investitionen weitere kleinere Verbesserungen vornehmen wie die Pflasterung der Zufahrten zu den Sportplätzen und dem Sportheim, "damit alle sauberen Fußes zu den Spielen kommen", so der Vorsitzende. Als besonders erfreulich wertete er die Zusagen von tragenden Säulen der 1. Fußballmannschaft für die neue Saison, "da entsteht zusammen mit jungen Aktiven etwas, das sich positiv auswirken wird".
Weinrich warnte aber auch vor zunehmendem Professionalismus im Fußballbereich, kleine Vereine hätten es deswegen schwer, würden vom DFB und BFV wenig Unterstützung erhalten. "Wir bleiben aber unserer Linie treu, nur das zu realisieren, was machbar ist".
Und dann durfte Weinrich noch zwei Mitglieder für 70 Jahre Vereinszugehörigkeit zu Ehrenmitgliedern ernennen: Hans Müller und Hans Ganzleben, beide 85 Jahre alt. Sie waren Männer der ersten Stunde nach dem Zweiten Weltkrieg, aktive Fußballer, Müller war auch Vereinsspielleiter und Schriftführer, Ganzleben half bei vielen Bauarbeiten mit. "Wir haben noch unten in der Au neben dem Roten Main um Punkte gekämpft, sind mit den Fahrrädern zu den Auswärtsspielen gefahren", erinnern sie sich. Und Ganzleben schaut noch heute die Spiele an. Der treffende Kommentar des Vorsitzenden: "Solche Treue ist enorm, die braucht ein Verein".
Auch Bürgermeister Harald Hübner bewunderte solche Anhänglichkeit, nannte den TSV ein überregionales Aushängeschild. "Wir werden euch weiter unterstützen, versprach er den Sportlern". Dass Neudrossenfeld erst kürzlich als eine der Wohlfühlgemeinden in Bayern ausgezeichnet wurde, daran habe auch der TSV mit seiner großartigen Sportanlage einen kleinen Anteil.
Folgende Fußballer haben für den TSV Neudrossenfeld schon über 300 Spiele absolviert und wurden dafür jetzt ausgezeichnet: Tobias Grüner, Silvio Knoll, Steffen Taubenreuther, Martin Dörfler und Jan Kornetzke.
Im Fußball-Jugendbereich gab es eine Zäsur, die Zusammenarbeit mit dem TDC Lindau wurde beendet. Erfreuliches vom Volleyball berichtete Carsten Böhm. Dank Sponsoren und eigener Anstrengungen sei man kein Kostenfaktor mehr für den TSV, sagte er mit etwas Stolz in der Stimme.
Etwas weniger zufrieden zeigte sich Karl-Heinz Schirmer von der Herzsportgruppe. Es mangele nicht an Teilnehmern, sondern an der Bereitschaft von Ärzten, einmal die Woche für eineinhalb Stunden die Aufsicht bei den Übungsabenden zu übernehmen. Dafür gebe es sogar eine Aufwandsentschädigung. Er bedankte sich bei Iris Körber und Eva-Maria Rönn, die den Abend bisher begleiteten. Die Sportstunden finden jede Woche am Donnerstag von 19 bis 20.30 Uhr in der Schulturnhalle Neudrossenfeld statt.