9,38 Euro hier, 50 Euro dort, 10,28 Euro hier, 20,50 Euro dort - es läpperte sich zusammen, was der Angestellte an Unterschlagung betrieb. Letztlich nach Überzeugung der Staatsanwaltschaft gar auf über 1500 Euro binnen weniger Wochen vom Jahr 2013 auf 2014. In einem Getränkemarkt des Landkreises verbuchte der 33-jährige Angeklagte aus dem östlichen Landkreis Pfandrückgaben, die es überhaupt nicht gab. Die jeweiligen Beträge behielt er für sich. Und das gab er am Dienstag auf dem Amtsgericht auch zu.
Seine Geständigkeit konnte dem Mann weder von Staatsanwalt Christian Pfab noch von Richter Stefan Hoffmann angerechnet werden. Pfab, der aktuelle Einblicke in das Strafregister des wegen Unterschlagung angeklagten Mannes mitbrachte, dürfte sich seine Meinung schon vorher gemacht haben. Doch Hoffmann wurde erst in der Sitzung mit den neun Vorstrafen rund um Betrug, Diebstahl und Unterschlagung versorgt. Allesamt also Vergehen, die ein Muster aufweisen und deretwegen der Angeklagte auch schon Zeit im Gefängnis zubrachte.


Kritik am Arbeitgeber

Allerdings sparte der 33-Jährige auch nicht an Kritik an seinem Arbeitgeber, der ihm einst mehr Verdienst zugesagt, dann aber als Geringverdiener beschäftigt habe. Ob hierin das Motiv für die Geldentnahmen zu suchen ist, blieb weitgehend unausgesprochen. Allerdings nannte der Beschuldigte "finanzielle Not" als Grund. Seine einstige Chefin, die als Zeugin auftrat, berichtete davon, dass sie ihren Mitarbeiter schon einmal bei einer Verfehlung ertappte und gemeinsam mit diesem die Lösung anstrebte, ihn zwar beschäftigt zu halten, sich aber auf vertraglich geregelte Rückzahlungen einzulassen. Nach Zahlung eines vergleichbar minimalen Betrags wurden die Zahlungen aber eingestellt. Eines weiteren Vergehens machte sich der 33-Jährige auch schuldig: Er verweigerte die Zusammenarbeit mit der Stelle, unter deren Führungsaufsicht er stand. Letztlich, auch das wurde durch Akteneinsicht klar, unterliefen ihm seine Kassenentnahmen zu einer Zeit, zu der er noch lange unter Bewährung stand. Auch darum forderte Pfab eine Haftstrafe ohne Bewährung. Verteidigerin Jessica Grahl hatte dem nichts entgegenzusetzen und räumte ein, "wenig dagegen vorzubringen" zu haben. Sie suchte in ihrem Strafantrag nur zu erwirken, dass das Urteil unterhalb der seitens der Staatsanwaltschaft geforderten 17 Monate bleiben möge. Das geschah. Das Urteil lautete auf 16 Monate Haft.