Die Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr ist auf dem Land oft dürftig. Das ist vor allem für Senioren ein Problem. Abhilfe schaffen soll das Projekt "Mitfahrbänke", zu dem Annabelle Ohla, Allianz-Managerin der Integrierten Ländlichen Entwicklungsgemeinschaft (Ile) "Fränkisches Markgrafen- und Bischofsland", 2018 den Anstoß gab.

Drei sogenannte Mitfahrbänke standen bisher schon in zwei der 14 Mitgliedskommunen. Jetzt sind zwei weitere dazugekommen: In Trebgast werden als Zielorte Lindau, Himmelkron und Neuenmarkt angeboten. In Lindau stehen Trebgast, Kulmbach und Neudrossenfeld auf den Schildern. In vier Gemeinden sind weitere 14 bereits bestellt.

"Viele beschweren sich über die schlechte Infrastruktur und Mobilität auf dem Land. Hier ergibt sich eine Chance für die Kommunen, ohne viel Geld auszugeben", bemerkte Annabelle Ohla bei der Sitzprobe auf der neuen Bank in der Trebgaster Ortsmitte.

Die Idee, die in anderen Regionen bereits umgesetzt wurde, ist eigentlich simpel: Die Gemeinde stellt an einer möglichst verkehrsgünstig gelegenen Stelle eine eigens gekennzeichnete Sitzbank auf. Daneben steht ein Klappschild mit einer Auswahl von verschiedenen Zielorten, zu denen keine öffentliche Verkehrsanbindung mit Bus oder Bahn besteht. Wer eine Mitfahrgelegenheit dorthin benötigt, nimmt auf der Bank Platz und wartet darauf, von einem Mitbürger mitgenommen zu werden. Natürlich sollte es vom Zielort aus auch wieder eine Mitfahrbank zurück an den Ausgangspunkt geben.

Salopp gesagt, sind Mitfahrbänke so etwas wie eine Variante des früheren Trampens. Statt mit erhobenen Daumen am Straßenrand zu stehen, können dort vor allem ältere Menschen auf eine Mitfahrgelegenheit warten. Bedenken muss man dabei allerdings, dass das System für jemanden, der einen Arzttermin hat, eher (noch) nicht geeignet ist, denn wer einen Termin hat, kann nicht planen, wann jemand anhält. Das Projekt lebt davon, dass es wahrgenommen wird", ist Bürgermeister Werner Diersch optimistisch. "Je mehr Mitfahrbänke installiert werden, desto größer wird das Netzwerk und auch die Chance, dass jemand mitgenommen wird", appelliert Annabelle Ohla an die Kommunen. "Da ist auch ein Stück weit Mundpropaganda gefragt. Man kennt sich ja auf den Dörfern."

Um den Bekanntheitsgrad der Aktion zu steigern, wird derzeit ein Flyer entwickelt. hd