In der Nachbarschaft, im Freundeskreis, am Arbeitsplatz stirbt ein Mensch. Was kann ich zu den Hinterbliebenen sagen? Wie soll ich mich verhalten? Was kann ich tun?

Mit diesen Fragen setzten sich Menschen, die sowohl beruflich als auch privat mit dieser Situation konfrontiert sind, auseinander. Eingeladen hatten die Mitarbeiterinnen der Christian Presl-Stiftung in die Klinik Bavaria Bad Kissingen. Der Themenabend "Trauernde - wie ihnen begegnen?", stieß bereits im Vorjahr über den Landkreis hinaus auf großes Interesse.

Einig waren sich alle Teilnehmenden, dass ihnen der Umgang mit Trauernden nicht leicht fällt. Angst und Unsicherheit führen oft dazu, den Trauenden aus dem Weg zu gehen. "Der Schmerz, die Trauer ist schwer auszuhalten", sagt eine Teilnehmerin. Der Wunsch zu helfen, das Richtige zu sagen, ist groß. Doch was ist für eine Familie tröstlich, wenn ein Kind gestorben ist? Was braucht eine Witwe, die ihren Mann verloren hat? Ratschläge wie "Du musst loslassen und nach vorne schauen!" helfen nicht. "Wir können und dürfen den Trauernden nicht ihre Trauer nehmen. Trauern ist nicht das Problem. Trauern ist die Lösung", erklärt Cornelia Weber, Sozialpädagogin in der Christian Presl-Stiftung. Durch das Trauern passen sich die Hinterbliebenen an ihre veränderte Lebenssituation an und das braucht Zeit.

Der Satz "Melde dich, wenn du Unterstützung brauchst", wird oft leichtfertig dahingesagt. Aber nur selten von Trauernden angenommen. Trauernde sind oft nicht in der Lage, für sich Hilfe einzufordern. Freunde, Nachbarn, Arbeitskollegen sollten viel Geduld aufbringen und wenn es möglich ist - den Trauernden ganz konkrete Unterstützung anbieten. Das heißt aber auch, dass die Trauernden das Angebot ablehnen dürfen. Eine Teilnehmerin erzählt von ihren guten Erfahrungen. Sie bekam von ihrem Ortsgeistlichen den Rat, bei einer frisch verwitweten Frau zu klingeln und für sie da zu sein.

Auch Kinder können schon einen Menschen verloren haben. Sie trauern genauso stark und lange wie Erwachsene, aber anders. "Und Kinder brauchen trauerfreie Zeiten in denen sie regenerieren können", erklärt Maritta Düring-Haas. Hier können Außenstehende ganz einfach unterstützen. "Anbieten, das Kind zum Sport zu fahren oder es mit zum Spielplatz zu nehmen, kann Familien entlasten", so die Sozialpädagogin.

Den ganzen Menschen sehen

Die Trauer anderer macht betroffen. Sie rührt uns an und kann dazu führen, dass wir mitleiden. Den Schmerz und die Trauer mit aushalten, nicht vertrösten, vor allen Dingen keine Ratschläge geben, das schätzen Trauernde. Ein Blick auf den ganzen Menschen, auf das, was die Trauernden trotz des Verlustes leisten, kann helfen. Zuhören, erzählen lassen und nachfragen sind wichtiger als schöne Texte. Jeder Mensch verfügt über die Fähigkeit, mit seiner Trauer umzugehen, seinen eigenen Weg zu finden. Es braucht Mitmenschen, die Vertrauen in diese Selbstheilungskräfte der Betroffenen haben und ihnen mit Geduld begegnen.

Nicht nur Trauernde können sich an die Beratungsstelle wenden. Menschen, die unsicher in der Begegnung mit Trauernden sind, erhalten dort ebenfalls Unterstützung. Info unter: www.christian-presl-stiftung.de, Tel.: 0971/699 190 70. red