Nach der wohlverdienten Pause am Ende einer positiven, aber kräftezehrenden Saison geht es für die Bezirksoberliga-Handballer der TS Herzogenaurach seit Anfang Juli wieder ans Eingemachte. Drei Trainingseinheiten pro Woche, sechs Vorbereitungsspiele und zwei Teamevents stehen den Mannen um Trainer Ingo Kundmüller bis zum Auftaktspiel Mitte September zu Hause gegen Aufsteiger SV Buckenhofen bevor. Das Programm solle die notwendige Basis für eine Saison legen, die viele Veränderungen mit sich bringt.
In den etwa zehn Wochen soll die neu formierte Mannschaft möglichst gut zusammenwachsen. Vieles scheint im Aufbruch zu sein. Während bei den Damen weiter am Drittliga-Kader gefeilt wird und die notwendigen Strukturen in der Organisation etabliert und definiert werden müssen, hat sich auch bei den Herren in der spielfreien Zeit viel getan. Mit zehn neuen Spielern sowie einem neuen Co- und Fitnesstrainer startete der 20-köpfige Kader in die Vorbereitung. Kundmüller wird künftig nur noch als Trainer und nicht mehr als Spieler fungieren. Ansonsten hat die TSH keinen wirklichen Abgang zu verzeichnen.
Wichtige Funktionen sind indes neu verteilt worden. Eine Neuausrichtung war nötig, nachdem viele etablierte Kräfte wie Thomas Josnik, Sebastian Kammerer und eben Kundmüller angedeutet hatten, kürzertreten zu wollen. Aus diesem Grund begann der Klub bereits in der vergangenen Saison, den Kader mit dem Einbinden junger, hungriger Spieler aus dem eigenem Nachwuchs wie Felix Welker, Jan Sieber und Yannik Wayand zu verjüngen. Diesen Weg will der Coach heuer konsequent fortsetzen. Die Saisonplanung begann bereits Anfang des Kalenderjahres.
Die Vorbereitung ist in mehrere Phasen unterteilt. Josnik wird neuer Co-Trainer und Fitness-Coach bei den Männern. Dafür hat er einen umfangreichen Plan zusammengestellt, so dass alle Spieler bis zum Rundenauftakt fit sein sollten. Zudem ergeben sich mit der Co-Trainer-Rolle weitere Möglichkeiten zur effektiveren Trainingsgestaltung. "Gerade bei der Vielzahl an jungen Spielern ist es absolut notwendig, intensiver mit ihnen zu arbeiten, um sie weiterzubringen. Diese Möglichkeit haben wir nun. Thomas kann ihnen mit seiner Zweitliga-Erfahrung und seiner Einstellung zum Mannschaftssport sicherlich einiges beibringen und die jungen Spieler dahingehend fördern", erklärt Kundmüller.
Auch für die beiden jungen Torhüter Ferdinand Mayer und Kai Kammerer wurde eine Lösung gefunden. Seit Anfang Juli leitet die frühere slowakische Nationaltorhüterin Maja Gubova, die mit dem 1. FC Nürnberg die Champions League gewann, ein Mal pro Woche das Torwarttraining - zusammen mit Goalies der Damen. "Meine Jungs können enorm von ihrer Erfahrung profitieren. Beide bestätigen, dass die Einheiten zwar anstrengend, jedoch auch auf einem sehr hohem Niveau sind", berichtet Kundmüller.
Aktuell werden die nötigen Grundlagen im Ausdauerbereich gelegt. "Das ist zwar extrem anstrengend, allerdings werden wir mit Sicherheit - wie die letzten Jahre auch - die gesamte Saison davon profitieren. Und wie wir das momentan gemeinsam durchziehen, ist schon beeindruckend", sagt Kapitän Jonas Hirning. Während zwei der drei Einheiten pro Woche eine Kombination aus Lauf-, CrossFit- und Hallentraining sind, ist die dritte eine reine Fitnesseinheit. Eine Pause werde es in der Vorbereitung nicht geben, dafür sei die Zeit zu kurz, da die Spielzeit aufgrund der Frauen-WM Ende des Jahres zwei Wochen früher beginnt als sonst.
"Es bleibt also wenig Zeit, einen neuen Kader zu formen. Wir müssen alle an einem Strang ziehen. Es muss das Ziel für alle sein, die Einheiten, die wir haben, bestmöglich zu nutzen, um auf den Punkt zum Saisonbeginn vorbereitet zu sein", fordert Kundmüller. Der Beginn könnte entscheidend sein. Nach Buckenhofen trifft die TSH auf einen weiteren Aufsteiger. Ein erfolgreicher Start könnte gerade den jungen Spielern Selbstvertrauen geben, das sie sicherlich brauchen werden.
Die Turnerschaft wird ihrem Publikum nicht nur ein anderes, vor allem jüngeres Gesicht zeigen, sie legt künftig auch Wert auf Nachhaltigkeit und nicht auf den kurzfristigen Erfolg. Dafür werden die Anhänger vielleicht etwas Nachsicht walten lassen müssen, aber mittelfristig sei das die richtige Entscheidung, wenn man wieder oben angreifen will und dort aus eigenen Kräften bestehen möchte. Die Mischung aus erfahrenen BOL-Akteuren und Talenten bietet die Möglichkeit dazu. mth