Seit 70 Jahren bringt die Städtische Musikschule Bamberg Kindern und Jugendlichen die Welt der Musik näher. Mit einem Festakt im Spiegelsaal der Harmonie wurde das Engagement der Ausbilder gewürdigt. Bürgermeister und Kulturreferent Christian Lange bezeichnete die Einrichtung in der St.-Getreu-Straße als "tragende Säule der Kulturstadt".

Lange bescheinigte den Musiklehrern, dass sie mit viel Sachverstand und Engagement zu Werke gingen. Das hohe Niveau des Unterrichts werde durch die stattliche Zahl von Preisen belegt, die die Schüler beim Wettbewerb "Jugend musiziert" erreicht hätten.

Der Kulturreferent betonte den sozialen Aspekt: "Wir möchten allen Kindern und Jugendlichen den Besuch der Musikschule ermöglichen, unabhängig von der finanziellen Situation der Eltern." Deshalb seien die Gebühren erschwinglich, und es gebe umfangreiche Möglichkeiten der Gebührenermäßigung bis hin zur kompletten Erstattung für Bedürftige.

Zugleich wies Lange auf das integrierende Element des gemeinsamen Musizierens hin. Musik bringe Menschen verschiedenster Herkunft zusammen, was enorm wichtig sei in einer Zeit, in der die Gesellschaft von immer mehr Spaltungen bedroht werde.

Thomas Goppel, Präsident des Bayerischen Musikrats, war bei der Anreise im Stau stecken geblieben. Das Verlesen seiner Rede übernahm Bürgermeister Lange. Darin gab es viel Lob für die Städtische Musikschule. "Auch mit 70 sind Sie wunderbar fröhlich, munter, vielseitig und wie es sich gehört voller Klang und Rhythmus."

2014 sei es "endlich" gelungen, in ein für die Belange der Musikschule zugeschnittenes Haus einzuziehen, wobei die Lehrer auch andernorts, vornehmlich in Schulen und Kindertagesstätten, unterrichten. Goppels Erinnerung an die Anfänge löst heute Erstaunen aus. "1949 entstand die Städtische Musikschule Bamberg. Als Zentrale des Singschulwerks Oberfranken mit etwa 30 Kindern ging sie an den Start und schon 1952 zählte man 1000 Kinder in 40 Klassen", wusste der Staatsminister a.D. zu berichten.

Leiter Martin Erzfeld überraschte seine Stellvertreterin Karin Görz und Lehrer Sebastian Strempel mit der Verleihung von Ehrennadeln des Verbands Bayerischer Sing- und Musikschulen. Sie überreichten Bürgermeister Lange und Markus Lentz, Vorsitzender des Verbands.

Eingebettet war der Festakt in ein Musikprogramm, das zeigte, wie groß die Bandbreite dessen ist, was in der Musikschule erarbeitet wird. So spielte das Große Blockflötenensemble unter der Leitung von Dorothea Lieb Werke aus der Renaissance. Simon (Marimba) und Heidrun Linz (Klavier) gaben ein Stück von Ney Rosauro zum Besten. Es folgte das Junge Kammerorchester unter der Leitung von Cezar Salem mit der Suite "Aus Holbergs Zeit" von Edvard Grieg, bevor die Folkband "The New Morrissons" unter der Leitung von Rainer Brunn den Schlusspunkt setzte. red