Nicht ungeschoren kam die kirchliche und weltliche Prominenz beim Frauenfasching der katholischen Pfarrgemeinde davon. Unter dem Motto "Früher war alles besser"« schwang Prinz Karneval im dekorierten Pfarrheim drei Stunden lang sein Zepter. Die Besucher, die den Saal komplett füllten, lachten Tränen. Das "närrische Komitee" des katholischen Frauenkreises hatte ein tolles Programm auf die Beine gestellt, bei dem kein Auge trocken blieb.

Lösung für Gewichtsprobleme

Mit überflüssigen Pfunden ist das so eine Sache: Liegt's an der Ernährung oder an mangelnder Bewegung? "Weder noch. Schuld daran ist einzig und allein das Shampoo", meinten zwei mollige Frauen. Warum sonst sollte auf der Flasche stehen: "Für mehr Volumen und extra Fülle"? Zum Glück gibt es ein neues Spülmittel, das garantiert schlank macht. Jedenfalls verspricht dies die Produktwerbung: "Wirkt selbst bei hartnäckigem Fett."

Unter dem Motto "Als Opa noch jung und knusprig war" erinnerten die Damen an die gute alte Zeit, als die Welt noch in Ordnung war. Nachdem ein Junggeselle festgestellt hat, dass "die Weibersuche schon eine echte Plage ist", stellte sich der Chor der kleinen Teufelinnen vor. Die diabolischen Frauen stimmten "Wir sind alle kleine Sünderlein" an und freuten sich über die vielen bekannten Gesichter, die sie in der Hölle angetroffen haben.

Bürgermeister beim Casting

In einem Wirtshaus ist immer was los. Dafür sorgen die Gäste, manchmal aber auch die Bedienungen, wie an zwei Spielszenen deutlich wurde. Da studierte ein Besucher, der seine Brille vergessen hat, die Speisekarte mit einem umgedrehten Fernglas, während am Nachbartisch ein Gast sich nicht entscheiden konnte, ob er nun das Kotelett für vier Euro oder das für fünf Euro bestellen soll. Aber worin liegt eigentlich der Unterschied? "Beim teureren Kotelett bekommen Sie Messer und Gabel dazu", verriet der Ober.

Der Frauenkreis suchte händeringend neue Schauspieler für seine Aufführungen. Bei einem Casting fiel die Wahl auf Bürgermeister Robert Hümmer und Franziskaner-Pater Josef. Ihre Qualitäten mussten die beiden nun bei einer Sprechprobe in Form eines Dialogs unter Beweis stellen. Während der eine zwecks Stimmenfang eine Wahlfahrt mit dem Bürgerbus durch die Gemeinde machen wollte, schwebte dem anderen eine spirituelle Wallfahrt in seine polnische Heimat vor. In einem "stummen Sketch ganz ohne Worte" machten die närrischen Damen deutlich, was in einem dunklen Kinosaal abgehen kann, wenn der Film läuft.

Zu Stimmungsliedern, die Edwin Jungkunz aus Baiersdorf mit dem Akkordeon begleitete, wurde gesungen und geschunkelt. Das Publikum belohnte die Darbietungen der Damen mit stürmischem Beifall. bkl