Tobias Schmaus ist im Rathaus der Marktgemeinde eine bewährte Kraft: "Leiter Vollstreckung" war seit 2012 seine Hauptaufgabe, das heißt, er war der Kassenchef der Gemeindeverwaltung (nicht zu verwechseln mit dem Kämmerer).

Berufsbegleitend hat sich Schmaus zwei Jahre lang auf die Prüfung zum Verwaltungsfachwirt vorbereitet. Nach erfolgreichem Abschluss wechselte er zum 1. Juli 2018 als Geschäftsleiter in die Hauptverwaltung. Hier verantwortet er neuerdings die Fachbereiche Personalmanagement und -entwicklung, Schulwesen, Schulverband, Kindertageseinrichtungen und Vereinsförderung. Darüber hinaus obliegt Schmaus die Vorbereitung der Sitzungen des Marktgemeinderats, wo er nun auch als linke Hand von Bürgermeister Klaus Homann (CSU) in Erscheinung tritt. Zur Rechten des Hirschaider Bürgermeisters haben traditionsgemäß die beiden Stellvertreter ihre Plätze auf dem Podium.

Im Verwaltungsrecht bewandert

Homann ist froh, nun einen im Verwaltungsrecht bewanderten Fachmann an seiner Seite zu wissen, wenn es in Sitzungen knifflig wird. Das Gemeindeoberhaupt ist bei der Formulierung rechtsbeständiger Beschlusstexte auch nicht mehr auf die Mitwirkung von juristisch bewanderten Gemeinderäten angewiesen. Denn Homann ist bekanntlich nicht aus der Kommunalverwaltung hervorgegangen. Er war zuvor Logistikchef des weit und breit größten Möbelhauses.

Die noch in der Amtszeit von seinem Vorgänger Andreas Schlund eingestellte Verwaltungschefin Ulrike Piontek steht seit Jahren nur im begrenzten Umfang zur Verfügung. Sie ist wie bisher als Verwaltungsleiterin verantwortlich für Geschäftsleitung, zentrale Dienste, Organisation und Geschäftsbetrieb, Rechtsfragen der Gemeinde, kommunalrechtliche Angelegenheiten, Versicherungswesen, Presse, Öffentlichkeitsarbeit, Sport und Kultur, Tourismus, Veranstaltungen, Städtepartnerschaft, Sitzungsdienst, Standesamt und Schlossverwaltung. Die Verwaltungsrätin hat laut Bürgermeister Homann ihren Dienst inzwischen auf 50 Prozent reduziert. Dadurch entstand eine Lücke, die nun in der Person von Tobias Schmaus geschlossen werden konnte. Allerdings ist eine Verbeamtung des 31-jährigen Röbersdorfers nicht vorgesehen. Überhaupt werden Beamtenstellen in den Verwaltungen kreisangehöriger Gemeinden immer rarer: Homann jedenfalls, der aus der eher hemdsärmeligen Position eines Abteilungsleiters in der freien Wirtschaft zum kommunalen Wahlbeamten mutiert ist, will jedenfalls "keinen Beamten mehr einstellen". Zu ernüchternd sind seine Erfahrungen als Behördenleiter mit dem Beamtenrecht. Schmaus jedenfalls bleibt Verwaltungsangestellter im gehobenen Dienst.

Kreisbrandmeister

Und er dient auch noch in seiner Freizeit seiner Heimat - als Kreisbrandmeister und Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr Röbersdorf. Seine bisherige Stelle als Kassenchef des Rathauses wird zum 1. September durch eine neue Mitarbeiterin aus Sassanfahrt besetzt, kündigt Homann an.